Kickers patzen wegweisenden sieg – frankfurt gleicht aus!

Offenbach – Dramatische Szenen am Bieberer Berg: Die Offenbacher Kickers haben in der englischen Woche gegen den FSV Frankfurt ein 3:3 gefeiert, das mehr Fragen aufwirft als Antworten gibt. Nach einer eigentlich starken Leistung ließen die Hausherren einen wichtigen Sieg durch die Hände gleiten – ein Teufelskreis, der dem Team seit einiger Zeit zu schaffen macht.

Mentale probleme kosten kickers punkte

Mentale probleme kosten kickers punkte

Tim Görner, Coach des FSV Frankfurt, sprach nach dem Spiel von einem „tollen Fußballspiel“ und betonte den Stolz auf seine Mannschaft. Doch im Lager der Kickers herrschte Ernüchterung. Johannes Brinkies, der OFC-Keeper, hatte nach dem Spiel sichtlich mit sich zu kämpfen. Die späten Gegentore in der 88. und 90. Minute, darunter ein Elfmeter, der trotz korrekter Entscheidung durch den Schiedsrichter ein wenig Glück erfordert hatte, zeigten erneut die mentale Schwäche der Mannschaft. Ein Problem, das Trainer Zimmermann seit seinem Amtsantritt zu lösen versucht, aber das sich hartnäckig hält. „Wenn eine Mannschaft schon so oft negative Erfahrungen gemacht hat, dann ist in solchen Phasen Hektik da“, analysierte der Coach.

Das Spiel im Überblick: Die Kickers hatten bereits früh eine 2:0 Führung herausgeschlagen, die aber durch den FSV Frankfurt gedemontiert wurde. Ein wildes Hin und Her, zahlreiche Zweikämpfe und hitzige Diskussionen prägten das Derby. Die 6.300 Zuschauer sahen ein Spiel voller Emotionen, das jedoch letztlich in einem gerechten, wenn auch frustrierenden Unentschieden endete.

Die Chancen auf den Klassenerhalt sind zwar noch intakt, aber die Kickers müssen ihre mentale Stärke finden. Zimmermann war dennoch optimistisch: „Würde mein Team diese Emotionalität regelmäßiger auf den Platz bekommen, dann hätten wir locker zehn Punkte mehr.“ Die nächste Chance dazu bietet sich am Sonntag gegen den 1. FC Saarbrücken. Sollte dieser gewinnen, könnte der Klassenerhalt für die Offenbacher bereits feststehen.

Auf Frankfurter Seite hingegen freut man sich über den Punktgewinn. Für FSV-Coach Görner nähert sich das Ende seiner Zeit an der Seitenlinie. Nach über vier Jahren wird er den Verein im Sommer verlassen. Ein Teufelskreis für den Coach, da er seit seinem Abschied keinen einzigen Ausrutscher mehr kassiert hat. Die Bilanz in den Derby-Duellen gegen den OFC ist jedoch weiterhin durchwachsen. Nur ein Sieg in zwölf Spielen – ein bitteres Erbe, dem sein Nachfolger Victor Kleinhenz nun begegnen muss.

Die Frankfurter sind nicht nur das beste Team Hessens in der Regionalliga, sondern auch Ligazweite. Die Mannschaft hat sich in dieser Saison einen verdienten Platz in der Spitzengruppe erarbeitet und blickt optimistisch in die Zukunft.