Bvb schlägt zu: book kommt – kehls nachfolger steht fest
Nils-Ole Book packt seine Koffer. Der 40-Jährige verlässt den 1. FC Elversberg sofort und übernimmt beim BVB das Ruder als neuer Sportdirektor. Die Entscheidung fiel gestern Abend, die Ablöse liegt im niedrigen sechsstelligen Bereich – ein Schnäppchen für einen Mann, der in der Saarland-Arena gerade erst den Sprung aus der dritten in die zweite Liga schaffte und dabei Spieler wie Paul Wanner oder Nick Woltemade zu Leih-Highlights veredelte.
Warum ausgerechnet book?
Der gebürtige Beckumer ist Black-and-Yellow seit Kinderzeiten. Er kennt die Region, spricht die Sprache des Ruhrgebiets und hat in Elversberg bewiesen, dass er aus Underdogs Topdogs macht. Kein Zufall, dass die interne BVB-Analyse ihn als „Kader-Architekten mit Radar für Talente“ einstufte. Book arbeitet akribisch, schläft mit Excel-Tabellen, redet mit Spielern am Rande des Platzes und schickt danach seine Scouts los. Das passt zu Dortmund, wo man nach der Kehl-Ära wieder Kontinuität sucht – und weniger Machtspiele.
Die Trennung von Sebastian Kehl war keine Frage des Ob, sondern des Wann. Nach der 0:4-Pleite gegen Leverkusen kochte die interne Stimmung über, die Kommunikation zwischen Sport-Geschäftsführer Lars Ricken und Kehl war abgekühlt. Die Bosse wollten eine neue Struktur, weniger Dreiecks-Konstellationen, klarere Linien. Book bekommt nun direkten Zugriff auf das Lizenzspieler-Geschäft, Ricken konzentriert sich auf die strategische Ebene. Eine Trennung der Aufgaben, die beide Seiten entlasten soll.

Die erste baustelle heißt transferplanung
Bereits am Montag wird Book in Dortmund erwartet. Er muss die Liste für den Sommer checken: Niklas Süle, Donyell Malen, Nico Schlotterbeck – alle mit Startelf-Anspruch, alle mit Marktwerten, die schwanken können. Book muss entscheiden, wer bleibt, wer geht, wer kommt. Dabei greift er auf ein Netzwerk zurück, das er sich in Elversberg über Jahre aufgebaut hat. Scout-Kontakte nach Österreich, die Verbindung zur Münchner Leihe, die gute Draht zu Berater-Mogul Roger Wittmann. Die Fans erwarten keine Groß-Transfers à la Haaland, sondern Cleverness. Book liefert genau das.
Die offizielle Vorstellung läuft zeitnah, voraussichtlich am Mittwoch. Dann wird er auf der Bühne im BVB-Stadion stehen, das gelbe Wandfoto im Rücken, 80.000 Mitglieder hinter ihm. Für Book ist es der größte Auftritt seiner Karriere – und für den BVB der erste echte Neuanfang nach der Saison, die bislang wie ein offenes Ende wirkt. Die Meisterschaft ist enteilt, die Champions-League-Quali in Gefahr. Book muss liefern, sonst wird die Ruhe nur eine Atempause vor dem nächsten Sturm.
