Tigges-doppelpack rettet paderborns bundesliga-traum – dresden verspielt sieg in 88 sekunden

13:00 Uhr, 0:1 – 14:52 Uhr, 2:1. In 112 Minuten Realzeit drehte der SC Paderborn eine verloren geglaubte Partie gegen Dynamo Dresden und schob sich dank Steffen Tigges auf Tabellenplatz zwei. Die Sensation kommt ohne Schnickschnack daher: Kopfball, Kopfball, Ende.

Tigges bleibt kalt, dresden bleibt stinksauer

Cheftrainer Lukas Kettemann hatte seinen Toptorjäger Filip Bilbija zunächst auf der Bank belassen – und sah 45 Minuten lang ein Team, das sich selbst nicht erkannte. Dynamo dominiert durch Vincent Vermeij, dessen siebter Saisontreffer per Kopfball-Set-Piece die logische Folge war. Die Gäste spielen mit dem Selbstvertrauen einer Mannschaft, die seit sechs Spielen ungeschlagen ist. Bis Minute 66.

Dann kommt Tigges. Zweimal. Erst trifft er per Kopf nach Flanke von Felix Götze, dann macht er den zweiten Kopfball aus kurzer Distanz. Drinnen. Aus. Dresden-Coach Heiko Scholz wirft demonstrativ die Trinkflasche zu Boden – sein Keeper Tim Schreiber hatte bei beiden Bällen die Faust zu spät oben.

Paderborns achillesferse heißt anfang, nicht ende

Paderborns achillesferse heißt anfang, nicht ende

Die Westfalen haben in dieser Saison schon acht Spiele gedreht, nachdem sie zur Pause zurücklagen. Kein Klub in Liga zwei verharrt so gerne in der Rolle des Verfolgers. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Nach der Pause erzielte Paderborn 62 Prozent seiner Tore – Tigges allein fünf. „Wir wissen, dass wir in der zweiten Hälfte mehr Laufweg und mehr Zweikampfquote bringen“, sagt Kettemann nach Abpfiff. Kein Pathos, nur eine Tatsache.

Dresden hingegen kassiert die erste Niederlage seit dem 2. Februar. Die Serie ist gerissen, der Aufstiegsabstand beträgt jetzt fünf Punkte. „Wir haben es vergeigt, weil wir das 2:0 nicht gemacht haben“, brummt Vermeij. Er meint die 54. Minute, als Bobzien die Latte trifft, und die 63., als Daferner frei vor Dennis Seimen den Faden verliert.

Liga-spitze so eng wie nie

Liga-spitze so eng wie nie

Mit 52 Punkten hängt Paderborn punktgleich mit Spitzenreiter SV Elversberg fest. Der Relegationsplatz ist nur zwei Zähler entfernt, die Saison noch neun Spiele lang. Für Dresden wird es eng: Am Samstag kommt Hertha BSC in die Rudolf-Harbig-Stadt, die Berliner wollen nach dem 4:0 gegen Kaiserslautern nachlegen. Paderborn reist unterdessen nach Fürth – und wird wieder 45 Minuten lang jene Mannschaft sein, die man aus der ersten Halbzeit nicht erkannte. Dann kommt Minute 46. Und vielleicht wieder Tigges.