Hanna öberg krönt sich in oslo zur verfolger-königin – lou jeanmonnot schnappt sich die kleine kugel

Oslo – Keine Gnade für die Verfolgerinnen. Hanna Öberg jagte sich im letzten Verfolgungsrennen dieser Saison erneut in einen Tagträum aus Schnee und Schwung, siegte mit 18,5 Sekunden Vorsprung und ließ hinter sich nicht nur zwei Französinnen, sondern auch die gesamte deutsche Equipe auf dem Holmenkollen stehen. Die Schwedin traf 20-mal, sprintete 10 km lang in Rekordzeit und schickt ihre Konkurrentinnen mit einem Seufzer in die Sommerpause.

Lou jeanmonnot reicht platz vier für die kleine kristallkugel

Die bereits feststehende Gesamtweltcupsiegerin Lou Jeanmonnot benötigte keine Medaille, um Geschichte zu schreiben. Rang vier reichte der 27-Jährigen, um in der Verfolgungswertung die Finnin Suvi Minkkinen noch zu überholen und sich die begehrte kleine Kugel zu sichern. Minkkinen, die als 23. durchs Ziel rutschte, musste die Krone abnehmen – ein Déjà-vu für alle, die erlebt haben, wie schnell sich Selbstvertrauen in Oslo in Luft auflöst.

Die deutsche Hoffnung trug das Trikot der Thüringerin Vanessa Voigt. Fehlerfreies Schießen, 20 Treffer, null Strafrunden – und dennoch fehlten am Ende 1:12 Minuten zur Siegerin. Voigt, als Sechste im Ziel, verbuchte sich als beste Deutsche, doch die Lücke nach vorn wirkt wie ein Abgrund. Julia Tannheimer schaffte es mit drei Fehlern noch auf Rang zehn, Selina Grotian katapultierte sich ohne Strafrunde von Startplatz 26 auf 14 – ein kleines Drama, das die Ausgangslage der DSV-Frauen illustriert: Potenzial vorhanden, Spitze vermisst.

Massenstart als letzte chance – ohne preuß wird es eng

Massenstart als letzte chance – ohne preuß wird es eng

Am Sonntag um 13.45 Uhr steht der Massenstart auf dem Programm. Die deutschen Athletinnen haben eine letzte Chance, in diesem Winter zu jubeln – doch ohne Franziska Preuß, die nach Olympia ihre Karriere beendete, fehlt der Turbo. Der letzte Podestplatz eines Einzelrennens datiert aus Nove Mesto, damals Platz drei für Preuß. Seither wartet das DSV-Team auf einen neuen Höhepunkt. Die Statistik nagt: Vor zwei Jahren endete ein Winter ohne Sieg – diese Saison droht dieselbe Leere.

Oslo liefert Zahlen, keine Trostpreise. Hanna Öberg feierte ihren zweiten Sieg innerhalb von 48 Stunden, Schweden fährt Doppel-Podest, Frankreich sichert sich Silber durch Julia Simon. Deutschland? Drei Athletinnen in den Top 20, keine in den Top 5. Das ist kein Ausrutscher, das ist ein Stimmungsbild. Die Weltcup-Saison endet, die Analyse beginnt – und sie wird kurz ausfallen: Ohne Treffer auf der Schießbahn bleibt selbst die schnellste Läuferin ein Zuschauer.