Blamage in leipzig: schiller schießt dhfk mit 16 toren in die 2. liga

Der SC DHfK Leipzig ist nicht mehr zu retten. Gegen Frisch Auf Göppingen kassierte der Tabellenletzte die nächste Heimklatsche (29:34), und diesmal gibt es kein „wenn“ und „aber“ mehr: Der Absturz in die Zweite Liga ist besiegelt, weil die Mannschaft auch gegen sich selbst gewinnt.

Marcel schiller verwandelt leipzigs not in sein persönliches fest

Marcel schiller verwandelt leipzigs not in sein persönliches fest

Rechtsaußen Marcel Schiller trat in der ersten Halbzeit dreizehn Mal an, traf jedes Mal. Elf Feldtore, zwei Siebenmeter – ein perfekter Satz, der die Leipziger Abwehr wie ein altes Schnürsenkel auseinanderfranzte. Selbst als Keeper Tomas Mrkva später einen Strafwurf parierte, hatte Schiller schon 16 Treffer auf dem Konto. Die Zahl steht jetzt in der Statistik wie ein Denkmal für Leipziger Hilflosigkeit.

Die Partie begann noch mit Signalwirkung: Dean Bombac, 37 Jahre, verlängerte seinen Vertrag bis 2027 – und schlug postwendend zum 2:2 ein. Dann griff er sich nach einem Foul an die Hose von Göppingens Ole Pregler, um nicht hinzufallen. Die Schiedsrichter werteten das als unsportlich, Bombac flog für zwei Minuten vom Feld. „Ich wollte nur nicht auf dem Gesicht landen“, sagte er später, aber die Szene passt ins Bild eines Clubs, der sich selbst blockiert.

Leipzig lief ständig einem Rückstand hinterher, weil vorne jeder zweite Wurf am glänzend aufgelegten Julian Buchele zerschellte. Der Göppinger Keeper hatte Kristian Saeveras schon in Minute sieben verletzt ausgewechselt, schluckte später einen Schlag von Lucas Krizkalla ins Gesicht, stand trotzdem wieder auf und hielt weiter. Als Saeveras zurückkehrte, war die Messe ohnehin gelesen.

Die Gäste zogen vor der Pause auf 18:16 davon, danach verwalteten sie den Vorsprung mit kaltem Kalk. Leipzig warf sich in jeden Angriff, doch die Bälle prallten ab wie Regen gegen Beton. Die letzten fünf Minuten glichen einem Freilauf: Göppingen konterte, Schiller netzte, die Leipziger Fans verließen frühzeitig das Stadion. Die Saison ist gelaufen, die Rechnung steht: 34 Gegentore in 60 Minuten, Platz 18, drei Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.

Für Göppingen bedeutet der fünfte Sieg im sechsten Spiel die Belohnung für eine Rumpftruppe, die seit Wochen mit sieben Feldspielern auskommt. Trainer Rolf Brack winkte nach Abpfiff nur kurz, als hätte er einen Termin verpasst. Leipzig dagegen muss nun den Abstieg offiziell planen – und sich fragen, ob ein 37-jähriger Spielmacher und ein Vertrag bis 2027 reichen, um den Wiederaufstieg überhaupt zu stemmen.