Barça spuckt atleti an, scheitert trotz 3:0 an der eigenen lebensversicherung

0:4 in Madrid, 3:0 im Camp Nou – und trotzdem steht Atletico Madrid im Finale der Copa del Rey. Barça rannte 90 Minuten lang an, traf dreimal, verpasste weitere drei, und am Ende blieb die Frage: War das ein Wunder, das nur knapp misslang – oder ein Eigentor der eigenen Vorbereitung?

Flick zwischen stolz und wut: „wir haben das unmögliche versucht“

Hansi Flick wirkte, als hätte er gleichzeitig gewonnen und verloren. „Das Stadion hat gebrannt, meine Spieler haben das Herz rausgehängt“, sagte er, „aber wir reden hier trotzdem über eine Niederlage.“ Der Coach zitterte um Jules Koundé und Alejandro Balde, beide mussten verletzt runter. „Das sind keine Muskelkrämpfe mehr, das ist ein Muster“, donnerte er. „In einer Woche drei Ausfälle – da muss ich mit dem medizinischen Team reden.“

Die Zahlen lügen nicht: Barça schoss 23-mal aufs Tor, traf dreimal, kassierte null Gegentore – und flog trotzdem raus. Weil das 0:4 von Madrid wie ein Betonklotz an den Knöcheln hing. Weil Marc Bernal zwar seinen Doppelpack schnürte, aber auch die 72. Minute traf, als Atletico schon mit zehn Mann zitterte. Weil Jan Oblak plötzlich wieder der alte Oblak war und Raphinhas zweiten Elfmeter verpasste.

Simeones lehrstück: wie man ein 0:4 verteidigt, ohne zu verteidigen

Simeones lehrstück: wie man ein 0:4 verteidigt, ohne zu verteidigen

Die Argentinier haben diesen Modus erfunden: tief stehen, den Gegner laufen lassen, und wenn die Lunge brennt, einfach weitermachen. „Wir haben nicht gespielt, wir haben überlebt“, sagte Diego Simeone, der mittlerweile fünf Mal das Finale erreichte – aber erst seit 2013 wieder gewann. „Und jetzt wollen wir auch gewinnen.“

Für Barça bleibt die Erkenntnis: Das Camp Nou kann brüllen, so viel es will, wenn die eigene Abwehr in Madrid schon einbrechen lässt. Die Saison ist nicht vorbei – Liga und Champions League winken –, aber der Pokal war der realistischste Weg zum Titel. „Wir haben gezeigt, dass wir mit jedem Gegner mithalten können“, sagte Flick. „Nur eben nicht mit unserer eigenen Anfangsphase.“

Am Samstag geht’s nach Bilbao. Da wird Balde fehlen, Kounde wohl auch, und Frenkie de Jong sowieso. Die Qualität ist da, wie Flick sagt. Die Frage ist nur: Wie lange hält sie durch?