Bergerud zerstört füchse-gerücht mit vier worten – vertrag bis 2028

„Gar nicht. Überhaupt nicht. Zu keinem Zeitpunkt.“ Mit dieser vierfachen Verneinung hat Torbjörn Bergerud am Dienstagabend in Warschau die Januar-Transfermeldung über seinen angeblich bevorstehenden Wechsel zu den Füchsen Berlin beerdigt – und das in einer Weise, dass selbst die polnischen Kollegen im Studio kurz schwiegen.

Die entstehung der falschmeldung

Alles begann an einem kalten Sonntag im Dezember, als ausgerechnet der serbische Verband auf seiner Website schrieb, Dejan Milosavljev werde Berlin Richtung Barcelona verlassen. Innerhalb von Minuten kursierte in deutschen Handball-Chatgruppen ein Name als Ersatz: Bergerud. Der Norweger, gerade mal fünf Monate in Plock, soll angeblich schon die Sprachkurs-Urkunde in der Tasche haben und sich mit den Füchsen einig. Keine Quelle, keine Zitatzeile – aber die Story hatte Fahrt. „Manchmal tauchen verschiedene Gerüchte auf und darauf haben wir keinen Einfluss“, sagte Bergerud nun im Interview mit TVP Sport. Seine Stimme klang müder als wütend.

Die Wahrheit ist profan: Der 31-Jährige unterschrieb im Sommer einen Vierjahresvertrag bis 2028, den er „absichtlich lang“ gemacht hat, wie er sagt. „Ich wollte hier eine Ära mitprägen, nicht nur durchreisen.“ Nach dem EM-Debakel Norwegens im Januar, als er selbst mit Fieber spielte, habe er mit Klubchef Piotr Masłowski telefoniert. „Er sagte: ‚Tor, wir bauen auf dich. Schlaf aus, trink heißen Tee, dann siehst du die Körbe wieder doppelt.‘ So etwas vergisst man nicht.“

Plock statt prenzlauer berg – warum die entscheidung richtig ist

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Die Zahlen sprechen für ihn. Seit der EM ist Bergeruds Fangquote in der Champions League von 31 auf 38 Prozent geklettert. Orlen Wisla Plock steht im Achtelfinale, hat in der Gruppenphase nur gegen Barcelona zweimal knapp verloren. „Wenn wir uns so präsentieren, holen wir die Tickets nach Köln“, sagt er – und meint damit die Final-Four-Ambitionen, die in der Klub-Geschichte noch keinem polnischen Team gelungen sind.

Währenddessen haben die Füchse mit Lasse Ludwig und Andreas Palicka ihr Torwart-Duo für 2025 schon komplett. Ludwig unterschrieb bis 2027, Palicka sogar bis 2029. „Da wäre selbst für einen Doppel-Olympiasieger kein Platz“, gibt Bergerud mit einem schiefen Lächeln zu. „Und ich bin nur Weltmeister von 2017.“

Die Berliner Verantwortlichen wollten die Geschichte auf Anfrage nicht kommentieren. Intern heißt es, man habe „nie ein konkretes Angebot“ unterbreitet, sondern lediglich „im November eine Liste mit Namen für den Fall aller Fälle“ erstellt. Bergerud stand nicht einmal in der Top-3-Spalte.

Am Mittwoch fliegt die Mannschaft nach Skopje, wo im Rückspiel des Achtelfinals gegen Vardar ein Schritt zum Viertelfinale wartet. Bergerud packt seine grüne Torwartstange ein – und die Schlagzeilen aus Berlin aus. „Ich habe hier noch viel zu holen. Ein Wechsel? Erst in fünf Jahren. Und dann vielleicht als Trainer“, scherzt er. Die polnischen Reporter lachen. Die deutschen Kollegen schreiben bereits die nächste Transfergerücht-Liste. Bergerud wird nicht draufstehen.