Ballack zieht kimmich durch den kakao: bayern-lauf stockt, wenn er dribbelt
Michael Ballack liebt klar verteilte Rollen. Deshalb jagt er Joshua Kimmich jetzt einen Stachel an, der wehtut: Der Mittelfeldstratege verzögert zu oft den Spieltempo-Wechsel – und lässt den FC Bayern ins Leere laufen.
Ballack sieht den fluch in kimmichs ballgier
„Jo spielt generell auf sehr hohem Niveau“, sagt Ballack im DAZN-Gespräch vor dem Champions-League-Kracher gegen PSG. Dann kommt das große Aber. „Wenn er zu lange am Ball klebt oder sich jeden Pass abholt, stolpert die Mannschaft über ihren eigenen Schwung.“ Kurz: Kimmichs Kontrollwut wird zur Falle. Die eigenen Läufer warten, der Gegner rückt zusammen, die Lücke, die ein Kimmich-Pass normalerweise reißt, schließt sich.
Die Zahl spricht für sich: In den letzten fünf Pflichtspielen verlor Bayern nach Ballbesitzphasen über fünf Sekunden 38 Prozent mehr Zweikämpfe im Mittelfeld als nach schnellen Kombinationen. Ballack sieht das live. „Dann kränkelt und hakt ein bisschen das Spiel der Bayern“, urteilt der Europameister von 1996. Für einen Verein, dessen DNA aus Gegenpressing und Tempogegenstößen besteht, ist das ein Luxus, den er sich nicht leisten kann.

Bayern braucht kimmichs hirn, nicht seine dribbel-fibel
Trotzdem: „Er ist für mich nicht wegzudenken auf der Sechs“, betont Ballack. Kimmich bestimmt die Laufrichtung, schaltet das Spiel wie ein Schaltkasten. Nur muss er eben öfter auf „Sprint“ statt auf „Pause“ drücken. „Wenn er das gut macht, sind sie noch mal einen Tick besser – und dieser Tick entscheidet in der Champions League über alles.“
Die Ironie: In der Nationalmannschaft läuft es. Dort platziert Julian Nagelsmann Kimmich als Rechtsverteidiger, reduziert seine Ballkontakte aufs Nötigste, verlagert Entscheidungen in die Schnelligkeit. Die Rückkehr in die Bayern-Mitte verlangt jetzt das gleiche Mindset. Ballack fordert keine Radikal-Kur, nur konsequente Selbstbremse. „Topspieler erkennen, wann weniger mehr ist.“
Mittwochabend in München könnte sich zeigen, ob Kimmich zuhört. Gegen die PSg-Pressinglawine hat er 90 Minuten, um zu beweisen, dass er nicht nur jede Aktion startet, sondern auch mal früher abgibt. Tut er es, fließt Bayern-Spiel wie ein Schnellzug. Lässt er sich wieder auf Sololäufe ein, droht der nächste Stotterstart – und Ballack wird den Kopf schütteln. Die Kette beginnt und endet mit Kimmich. Wer denkt, dass ein einzelner Tick nicht reicht, hat die letzten Bayern-Niederlagen nicht gesehen.
