Bacca: der unterschätzte torjäger kehrt nach barranquilla zurück

Es war ein Deal, der Adriano Galliani in den Wahnsinn trieb: Ein Stürmer für 20 Tore. Und tatsächlich, Carlos Bacca lieferte. Doch was macht der Mann, der einst die gegnerischen Abwehrreihen des AC Mailand zitterte, heute? Die Antwort führt zurück in seine kolumbianische Heimat.

Die suche nach der lösung: gallianis ausgeklügelte strategie

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Die Saison 2014/2015 neigte sich dem Ende zu. Der AC Mailand brauchte einen Torjäger, jemanden, der das Netz regelmäßig zum Vibrieren brachte. Adriano Galliani, der legendäre Sportdirektor, sprach sich klar aus: „Ich brauche einen Stürmer, der 20 Tore macht!“ Die Scouting-Abteilung des Vereins wurde auf Trab gehalten. Zwei Namen tauchten auf: Jackson Martinez und Carlos Bacca. Die Verhandlungen waren kompliziert, ein Katz-und-Maus-Spiel im Transferfenster. Martinez landete schließlich in Madrid, während Bacca zum AC Mailand wechselte.

Bacca war kein Schönspieler, kein Künstler auf dem Rasen. Er war ein Kämpfer, ein Terrier, der Bälle eroberte und sie mit unbändigem Willen im Netz versenkte. Und er hielt, was er versprach. In der Saison 2015/2016 erzielte er 18 Treffer in der Serie A – ein Ergebnis, das ihm den Respekt der Fans einbrachte, wenn auch nicht unbedingt ihre grenzenlose Liebe. Er war effizient, pragmatisch, und er wusste, wo das Tor steht. Seine Treffsicherheit gegen kleinere Teams war besonders bemerkenswert und half dem Milan, wertvolle Punkte zu sichern.

Heute, mit 40 Jahren, ist Bacca zurückgekehrt, dorthin, wo alles begann – nach Barranquilla, in seine Heimatstadt. Er spielt für den Club Junior Barranquilla, den Verein, dessen Trikot er bereits zwischen 2009 und 2011 trug. Seine Karriere, die ihn von Belgien über Spanien bis nach Italien führte, umfasst mehr als 300 Tore. Eine beeindruckende Bilanz, die jedoch oft im Schatten anderer, medial präsenter Stürmer stand.

Das Verletzungspein war hart: Ein Problem an einem Sehnenrisses bremste ihn aus. Er beobachtete seine Mannschaft von der Seitenlinie aus. Aber die Leidenschaft für den Fußball ist ungebrochen. Erinnert man sich an sein Tor im Mailänder Derby, ein Moment, der die Fans noch lange in Erinnerung behalten werden, wird deutlich, welches Kaliber der Mann war.

Die Zeiten haben sich geändert. Die jungen Angreifer des AC Mailand, wie Leao und Pulisic, kämpfen mit ihrer Konstanz, besonders gegen vermeintlich schwächere Gegner. Die alte Stärke von Bacca fehlt dem Team, die Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen eiskalt vor dem Tor zu stehen. Es ist ein Vergleich, der zeigt, wie sehr sich der Fußball verändert hat, und wie sehr man manchmal die einfachen Dinge vermisst.

Carlos Bacca, der unterschätzte Torjäger, hat seinen Platz in der Fußballgeschichte gefunden. Und während er nun in Barranquilla seine Karriere als Spieler zu Ende gehen lässt, bleibt die Erinnerung an seine Zeit im AC Mailand lebendig – eine Erinnerung an einen Mann, der versprach, 20 Tore zu machen, und es auch tat.