Schweizer nati verpflichtet rikard franzén: heim-wm bekommt meister-brain

Der Schweizerische Eishockeyverband hat kurz vor dem Ticketverkaufsstart die letzte Patrone geladen: Rikard Franzén komplettiert den Trainerstab von Jan Cadieux für die Heim-WM. Der 58-jährige Assistenztrainer des frischgekürten Meisters Fribourg-Gottéron bringt nicht nur Taktik-Brett und Erfahrung, sondern auch ein ganzes Bündel Genfer Erinnerungen mit.

Franzén und cadieux: eine liaison mit geschichte

Die beiden kennen sich aus gemeinsamen Diensten bei Genève-Servette, wo Franzén bereits die Gesellenstücke für Cadieux schnitzte. Jetzt, ein Jahrzehnt später, treffen sie in der heißesten Phase des Schweizer Eishockey-Sommers wieder aufeinander – mit dem Druck eines ganzen Landes im Nacken. Die WM findet vom 9. bis 25. Mai 2025 in Zürich und Lausanne statt, die Swiss Ice Hockey Federation will endlich wieder Edelmetall.

Während Fabio Schumacher, der letzte Woche noch bei den Fortuna Hockey Games an der Bande stand, überraschend aus dem Aufgebot fliegt, setzt der Verband auf Kontinuität statt Experiment. Franzén gilt als Architekt des Fribourger Powerplays, das in den Playoffs mit 27,8 Prozent Effizienz die Liga elektrisierte. Diese Zahlen haben offenbar auch Cadieux überzeugt.

Ein meister, ein plan, ein ziel

Ein meister, ein plan, ein ziel

Hinter den Kulissen brodelt es: Die Nati hat seit 2018 keine WM-Medaille mehr geholt, die letzte Gold-Gala datiert aus dem Triumph 2013 in Stockholm. Mit dem neuen alten Duo an der Spitze soll diese Durststrecke enden. Franzén selbst hält sich bedeckt: «Ich bin kein Zauberer, aber ich kenne die Mechanismen, wenn es brennt», ließ er gegenüber Radio Fribourg durchblicken. Mehr wollte er nicht sagen – Schweigen gehört ebenfalls zur WM-Taktik.

Die Entscheidung fällt zugleich auf den Tag genau mit der Veröffentlichung der ersten Ticket-Contingente. Der Verband rechnet mit 600.000 Zuschauern in den Hallen, die TV-Rechte wurden europaweit neu verhandelt. Ein Scheitern im Viertelfinale wäre nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich ein Debakel. Deshalb rollt man jetzt die alte Garde auf – und hofft, dass Erfahrung gegen junge Skandinavier und nordamerikanische Sprinter reicht.

Die Kadernominierung folgt in drei Wochen. Bis dahin muss Franzén nicht nur Systeme checken, sondern auch Seelen massieren. Die Schweiz trägt die Favoritenrolle wie selten zuvor. Ob sie sie tragen kann, entscheidet sich zwischen den blauen Linien – und in den Köpfen zweier Trainer, die sich schon einmal im Sturm bewährt haben.