Alcaraz schmiedet masterplan: monte carlo soll sinner-sturm stoppen
Carlos Alcaraz zieht die Notbremse. Nach seinem frühen Aus in Miami flüstern seine Coaches schon wieder vom Titel – diesmal auf roter Asche. Monte Carlowird zur Schaltzentrale seines Jahres, und er hat nur vier Wochen, um sich Europa einzuverleiben.

Die woche, die den thron entscheidet
Am 3. April landet der Murciano im Fürstentum. Kein Tag zu spät, keiner zu früh. Die Zahl 66 schwebt über dem Trainingsplatz in Murcia: Sinner steht bei 66 Wochen auf Platz eins, Alcaraz will die Serie stoppen. Er spürt den Sand unter den Sohlen, roch schon die Dunlop-Bälle, die in Monaco langsamer aufspringen als in Indian Wells. Sein Team hat die Drehkreuz-Tour skizziert: Monte Carlo, Barcelona, Madrid, Rom – ein Monat, vier Turniere, so viele wie im gesamten Winter.
Die Planer haben die Punkte-Matrix offenliegen. Roland-Garros ist bereits eingebacken, doch vorher gibt es 1.170 Zähler zu ergattern – 170 im Godó, 1.000 in Madrid. Für Alcaraz ist das kein Kalender, sondern ein Kalender-K.o.: Jede Runde zählt doppelt, weil Sinner auch in Paris Punkte verteidigt. Sein Physio packt zusätzliche Tape-Rollen ein, die Knie müssen die Drehschlag-Saison überstehen. Monte Carlo ist Testlauf und Finale zugleich.
Die Münchner Buchmacher sehen ihn knapp vor Tsitsipas gesetzt. Doch die Wetter-App zeigt Wind auf 25 km/h für Dienstag, den 7. April – möglicher Starttag. Alcaraz liebt Druck, hasst aber Böen. Sein Vater plant deshalb bereits heute eine Extrarunde auf dem Platz 3 hinter dem Centre Court, wo die Hecken den Stamm abbremsen. Ein Detail, das keinerlei Statistik liefert, aber Matches kippt.
Die Uhr tickt. In exakt 96 Stunden beginnt die Auslosung. Alcaraz wird nicht zusehen; er schläft dann schon, um 22:30 Uhr, weil seine Schlaguhr um 6:00 klingelt. Wer denkt, der 20-Jährige würde sich einen freien Nachmittag gönnen, kennt ihn nicht. Sand klebt noch in seinen Tennisschuhen vom letzten Training, und genau dort will er Sinner einholen – nicht in den Computerlisten, sondern zwischen den Linien von Monte Carlo. Wenn der Plan aufgeht, steht am Ende nicht nur ein Titel, sondern die Rückkehr auf Position eins. Sonntag um 15:04 Uhr könnte die Rakete abfliegen – und sie trägt spanische Farbe.
