Alba berlin stolpert gegen vechta und kassiert debakel im ersten playoff-fight

Die Hauptstadt war sprachlos. Alba Berlin, angepeitscht von 8.683 Fans in der Uber-Arena, kassierte zum Auftakt des Viertelfinals eine 89:103-Klatsche gegen Rasta Vechta – ein Ergebnis, das selbst Play-In-Qualifikanten träumen lässt.

Vechta schockt alba mit dreier-kaskade

Die Gäste trafen aus der Distanz wie auf Bestellung, verwandelten 46 % ihrer Abschlüsse hinter dem Bogen und rissen die Berliner Verteidigung in 40 Minuten auseinander. Tevin Brown war mit 30 Punkten der Chef-Regisseur, doch die ganze Mannschaft lief wie ein Uhrwerk. Alba-Trainer Israel González wechselte sich die Schimpfwörter auf Spanisch, Deutsch und Englisch ab – vergeblich.

Die Bilanz ist ernüchternd: 17 Ballverluste in den ersten beiden Vierteln, nur 12 von 22 Freiwürfen verwandelt, 15 Offensiv-Rebounds verschenkt. „Wir haben Vechta eingeladen, sich wie zuhause zu fühlen“, sagte Kapitän Louis Olinde nach Abpfiff mit zitternder Stimme. Der Tabellenzweite der Hauptrunde wirkte wie ein klarer Favorit, der vergaß, dass Playoffs keine Abschlusstabelle sind, sondern ein Kampf auf Biegen und Brechen.

Brown und wood lieferten sich ein duell, das niemand erwartet hatte

Brown und wood lieferten sich ein duell, das niemand erwartet hatte

Moses Wood stemmte sich mit 20 Punkten gegen das Debakel, doch seine Mitspieler luden ihn mit schlechten Rotations und verpassten Box-Outs. Brown hingegen bekam Unterstützung aus allen Positionen: Brady Manek traf fünf Dreier, Justin Jaworski punktete im Übergang. Die Vechtaer spielten Basketball, der an College-Days erinnert – schnell, mutig, ohne Angst vor Namen.

Die Zahneknirschen-Reihe beginnt schon früh: 12:20 nach dem ersten Viertel, 37:50 zur Pause. Alba versuchte es mit Zone, Man-to-Man, sogar mit einer Box-and-One gegen Brown. Nichts fruchtete. Die Berliner Fans skandierten „Defense!“, doch die Nachricht kam bei ihrem Team nicht an.

Die serie steht 1:0 – und alba steht mit dem rücken zur wand

Die serie steht 1:0 – und alba steht mit dem rücken zur wand

González muss bis Dienstag (19:30 Uhr) eine Antwort finden, sonst droht eine 0:2-Falle auswärts in Vechta. Die Frage ist nicht nur taktischer Natur, sondern psychologisch: Werden die Berliner die Niederlage als Weckruf oder als Erdrutsch begreifen? Sportdirektor Ilian Evtimov kündigte interne Gespräche an: „Wir werden die Wunden lecken, aber nicht verbluten.“

Die Playoffs sind kein Selbstläufer – das wissen auch die Fans, die trotz des Debakels bis zuletzt sangen. Aber sie wissen auch: Wenn Alba nicht sofort umschaltet, könnte aus dem Traum vom Finale ein frühes Sommerloch werden. Vechta hat den ersten Schlag ausgeteilt, jetzt liegt der Ball in Berlins Hälfte.