Thüringer hc verspielt führung – europapokal-traum zerplatzt!

Dramatische Szenen in Dijon! Der Thüringer HC, gerade noch auf dem Weg zum erneuten Triumph in der EHF European League, hat eine sensationelle Neun-Tore-Führung gegen die Gastgeberinnen von JDA Dijon verspielt. Ein Blackout in der zweiten Halbzeit kostete den Titelverteidiger den Pokal – ein herber Schlag für das Team von Herbert Müller.

Dominanz und desaster: eine achterbahnfahrt der gefühle

Dominanz und desaster: eine achterbahnfahrt der gefühle

Die erste Halbzeit gehörte unzweifelhaft dem Thüringer HC. Eine herausragende Leistung von Laura Kuske im Tor, die zehn von 16 Würfen abwehrte, und eine aggressive Abwehrarbeit legten den Grundstein für eine komfortable 15:6-Führung zur Pause. Doch dieser Vorsprung sollte sich als trügerisch erweisen. Nach der Pause schien die Mannschaft von Trainer Müller den Faden zu verlieren.

Ein 6:1-Lauf von Dijon ließ die Thüringerinnen zunächst noch einmal aufhorchen, aber die Antwort blieb aus. Stattdessen folgte eine erschütternde Phase, in der die Angriffsbemühungen ins Stocken gerieten und die Defensive immer mehr Löcher aufwies. Im entscheidenden Schlussabschnitt gelang es Dijon, nicht nur den Ausgleich zu erzielen, sondern auch die Partie zu drehen. Ein 7:1-Lauf brachte die Gastgeberinnen in Führung, und die Halle tobte.

Johanna Reichert, mit acht Treffern beste Werferin des THC, war sichtlich frustriert: „Wir haben die Kontrolle komplett verloren. Nach der Pause haben wir nicht mehr unseren Rhythmus gefunden und der Kampfgeist war plötzlich verschwunden.“

Die Niederlage ist ein herber Rückschlag für den Thüringer HC, der sich nach dem verpassten Titelgewinn nun mit der Frage auseinandersetzen muss, wie es gelingen kann, solche Leistungseinbrüche zu vermeiden. Die Fans reisten enttäuscht nach Hause, während in Dijon ausgelassen gefeiert wurde.

Die statistische Wahrheit ist brutal: Eine Führung von neun Toren wegzulassen, ist im Handball selten. Es ist ein Lehrstück darüber, wie schnell sich das Blatt wenden kann, wenn die Konzentration nachlässt und der Gegner aufdreht. Der Traum vom zweiten Europapokal-Titel in Folge ist damit geplatzt – und die Saison endet für den Thüringer HC mit einem bitteren Nachgeschmack.