Woltemade schießt sich mit knaller gegen west ham in den wm-kader
17 Spiele ohne Treffer – weg. Die schwarze Serie von Nick Woltemade ist Geschichte, und wie: Der 24-Jährige donnerte den Ball in der 15. Minute volley unter die Latte, St. James’ Park explodierte, 50 Meter entfernt stand Julian Nagelsmann mit dem Handy in der Hand. Der Bundestrainer filmt nicht einfach, er dokumentiert sein WM-Puzzle. Jetzt hat Woltemade endlich wieder ein Eckstein geliefert.
Harvey barnes legt auf – woltemade macht den rest
Der Ablauf war so schnell wie brutal. Ballgewinn Bruno Guimarães, sofortige Vertikalpassage, Barnes chippt aus dem linken Halbfeld in den Fünfer. Woltemade kommt mit Tempo, lässt Konstantinos Mavropanos stehen und trifft mit links aus vollem Lauf. 1:0, die Magpies nie mehr gefährdet, am Ende steht ein 3:1 gegen West Ham. Die Zahlen: achtes Saisontor, erstes seit dem Doppelpack gegen Chelsea am 20. Dezember 2025. Die Botschaft: Er ist bereit für die Tore, die im Sommer in den USA, Mexiko und Kanada fehlen könnten.
Die Ablöse von 75 Millionen Euro lastete seit Wochen auf seinen Schultern. Tore im FA Cup gegen Aston Villa reichten nicht, die Premier League verweigerte sich. Eddie Howe stellte ihn trotzdem immer wieder ins offensive Mittelfeld, weil er die Laufwege liebt, die Gegenpressing-Impulse. Gegen West Ham kam die Quittung – und mit ihr die Entlastung. Woltemade fiel nach dem Treffer auf die Knie, wurde von Anthony Gordon und Alexander Isak raufgezogen, die Fans skandierten seinen Namen. Es klang wie ein frühzeitiges WM-Geschenk.

Nagelsmann wartet noch auf den anruf – die konkurrenz schläft nicht
Im März blieb er in Basel und gegen Ghana ohne Tor, dafür aber mit vielen Zweikämpfen. Das reicht Nagelsmann, der Woltemades robuste Laufstärke für die Gruppenphase gegen Marokko, Kolumbien und die Schweiz einkalkuliert. Die Entscheidung fällt am Donnerstagmittag in Frankfurt. Wer dabei ist, fliegt am Samstag nach Herzogenaurach, ins WM-Quartier. Wer fehlt, bekommt Sommerurlaub. Für Woltemade heißt es: ein Tor kann Türen öffnen, aber es reicht nicht, sie zu halten.
Die Konkurrenten auf der Neun heißen Kai Havertz, Niclas Füllkrug und Maximilian Beier. Drei Spieler mit mehr Liga-Toren, aber keiner mit seiner Geschwindigkeit nach hinten heraus. Howe nutzte ihn deshalb auch als hängende Spitze, um die Umschaltmomente zu forcieren. Die Taktik funktionierte gegen West Ham, sie kann auch in Texas funktionieren. Die Frage ist nur: Reicht ein einzelner Volley, um Nagelsmann zu überzeugen? Die Antwort liefert der Bundestrainer – und zwar live im ZDF, am Donnerstag, 13 Uhr.
Bis dahin trainiert Woltemade mit leichter Schulter. Die Durststrecke ist abgehakt, die WM liegt vor ihm. Und Newcastle? Die Magpies haben sich mit dem Sieg Rang drei gesichert, Champions-League-Startplatz so gut wie sicher. Für Woltemade heißt das: Er kann im Sommer auf zwei Fronten glänzen – in der Premier League und in den Stadien von Dallas, Los Angeles und Philadelphia. Der Knaller gegen West Ham war der Aufreger, jetzt muss er zur Routine werden. Die Uhr tickt, der Kader wird kompakt. Wer trifft, fliegt. Wer schweigt, bleibt. So einfach ist das im Fußball.
