Kahn verteidigt goretzka-deal: „solche jungs willst du halten“

München – Oliver Kahn, der ehemalige Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, hat sich entschieden zur bevorstehenden Abgabe von Leon Goretzka geäußert und dabei einen Deal aus seiner Amtszeit verteidigt. Die Verabschiedung des 31-jährigen Mittelfeldspielers sorgte im „SPORT1 Doppelpass“ für Diskussionen, denen Kahn mit deutlichen Worten begegnete und die damaligen Bedingungen rechtfertigte.

Ein vermeintlicher fehler wird verteidigt

Ein vermeintlicher fehler wird verteidigt

Die Vertragsverlängerung Goretzkas im September 2021, damals gemeinsam mit Hasan Salihamidžić verhandelt, hatte bereits zu Kritik geführt. Kahn reagierte auf die Frage nach seiner Einschätzung des Abschieds mit einem Augenzwinkern und erinnerte an die damaligen Stimmen der Kritik. „Uns habt ihr ja noch kritisiert damals“, betonte er, bevor er die Vermutung, die Bayern hätten Goretzka zu teuer verlängert, mit Nachdruck zurückwies. „Das waren aus meiner Sicht marktkonforme Bedingungen.“

Kahn betonte, dass die Entscheidung für eine Verlängerung nicht nur auf finanziellen Aspekten basierte. Vielmehr hob er Goretzkas Bedeutung für die Mannschaft hervor: „Weil er ein absoluter Charakter in der Mannschaft und wichtig ist. Weil er hier und da Leaderqualitäten hat und sie zeigt, weil er einer ist, der unter großem Druck auch abliefern kann.“ Und er fügte mit Nachdruck hinzu: „Solche Jungs willst du einfach halten.“

Der gebürtige Bochumer war zwar nicht immer unumstrittener Stammspieler, doch Kahn lobte Goretzkas Fähigkeit, auch schwierige Situationen anzunehmen und sich selbstkritisch zu zeigen. „Er hat gezeigt, was er für ein großartiger Kerl ist“, sagte Kahn, wobei er auf sein Herz zeigte – ein Zeichen für die emotionale Bindung, die der Verein zu Goretzka hatte.

Ob Kahn den Mittelfeldspieler bei einer möglichen Rückkehr in die Position des Bayern-Bosses behalten würde? „Ich weiß ja jetzt nicht, was in den Gesprächen stattgefunden hat, was Leon wirklich gewollt hat. Deswegen ist das jetzt schwer einzuschätzen“, gab er zu. „Aber klar, wenn es die Möglichkeit gibt, so einen Charakter wie Leon in der Mannschaft zu haben, sollte man schon alles versuchen.“

Goretzka selbst äußerte sich nach dem letzten Spiel der Saison gegen den 1. FC Köln noch unentschlossen bezüglich seiner Zukunft. „Ich habe mich nicht wirklich entschieden – falls es so rüberkommt“, erklärte er. Die Wahl seines nächsten Vereins soll vom Bauchgefühl geleitet werden. „Ich will auf etwas 100 Prozent Bock haben. Ich mache mir da keinen Stress. Ich warte, dass dieses Gefühl entsteht.“

Die Abkehr Goretzkas markiert das Ende einer Ära, in der der Mittelfeldspieler maßgeblich zum Erfolg des FC Bayern beigetragen hat. Seine Klasse und sein Engagement werden dem Verein zweifellos fehlen, doch der Verein muss nun nach vorne blicken und sich auf die Zukunft einstellen.