Sevilla: plaza rettet die nerven – und spricht klartext!
Luis García Plaza hat in seinen wenigen Wochen am Steuer des Sevilla FC ein Fußball-Kraftwerk stabilisiert. Nach dem knappen 0:1 gegen Real Madrid, das zwar die Klasse sicherte, doch mehr Fragen aufwarf, ließ der Coach im Rahmen der Pressekonferenz seine Gedanken sprechen – und deutete eine ungewisse Zukunft an.
Ein erbe, das schmerz mit sich bringt
Die letzten sechs Wochen waren für Plaza, wie er selbst zugab, die intensivsten seines Lebens. „Es war eine enorme Verantwortung, dieses große und angeschlagene Schiff zu übernehmen“, erklärte er sichtlich erleichtert. Er lobte die Spieler, die Fans und den Verein für die geleistete Arbeit, betonte aber auch die Last, die er selbst getragen hat. Ein besonderer Gedanke galt seinem Vorgänger, Matías Alemán, dessen Entlassung er mitfühlend kommentierte: „31 Punkte sind ein Verdienst, und er muss darunter gelitten haben.“

Die frage nach der gerechtigkeit
Obwohl die Niederlage gegen Real Madrid schmerzlich war, zeigte sich Plaza überzeugt: „Ich glaube, wir hätten diesen Punkt verdient gehabt. Sie hatten nur einen Torschuss aufs Tor, und bei Vinícius’ Treffer war ein klarer Ellbogenkontakt – warum pfeift man da nicht?“ Die fehlende Durchschlagskraft im Angriff wurde ebenso thematisiert, wie die Entwicklung des Teams: „Wir wachsen im Spiel, ich sehe eine deutliche Entwicklung von dem, was ich in der Sportschule vermittle.“

Zukunftsmusik und klare ansagen
Die Frage nach seiner eigenen Zukunft ließ Plaza unbeantwortet. „Ich bin konzentriert, habe einen Vertrag und bin begeistert, hier weiterzumachen. Aber man muss auch wissen, wo man gebraucht wird. Wenn der Verein mich nicht will, dann packe ich meine Koffer und nehme dieses Stück Sevilista-Herz mit.“ Er machte deutlich, dass er keine leeren Versprechungen erwartet und auf Ehrlichkeit pocht. „Ich werde jetzt die Rettung genießen und mich dann dem Zukunft widmen, wenn der Verein Kontakt aufnimmt.“
Ein trainer, der sich anpasst
Plaza offenbarte, wie er sich in den kurzen Zeitraum eingearbeitet hat: „Ich habe mich isoliert, die Spieler im Training analysiert und diejenigen eingesetzt, die ich für am besten hielt.“ Er betonte, dass er sich an die vorhandenen Gegebenheiten angepasst habe, beispielsweise bei der Aufstellung. „Ich spiele seit meiner Karriere immer 4-2-3-1, aber ich hatte keinen klassischen Zehner. Ich habe versucht, mit dem zu arbeiten, was ich hatte, und Lösungen zu finden. Das Team weiß jetzt, wie es spielen soll.“
Das größte glück: fußball und verantwortung
Als größten Erfolg bezeichnete Plaza den Aufstieg in die erste Liga. „Das ist sehr schwierig und sehr schön. Ich habe es bereits mit drei Teams geschafft, aber hier habe ich mir eine enorme Verantwortung aufgebürdet. Viele haben mir geraten, nicht zu kommen, wegen dem, was Sevilla bedeutet. Aber ich bin ein Kämpfer. Was ich hier erlebt habe, kann mir niemand mehr nehmen. Die Freude, ein Ziel zu erreichen und dabei guten Fußball zu spielen, ist unbeschreiblich.“ Die Frage ist nun, ob er die Chance erhält, diese Freude fortzusetzen.
