Adler schlagen schwenningen 4:2 und sichern heimrecht bis ins finale
Zwei Schüsse, zwei Tore – und die Wild Wings wachen erst auf, als die Adler längst abgehoben sind. Mit einem Blitzstart nach 25 Sekunden im Mitteldrittel zieht Mannheim das 4:2 gegen Schwenningen locker über die Linie, schließt die Hauptrunde auf Rang zwei ab und versetzt der Schwarzwald-Truppe einen K.-o., der bis in die Pre-Playoffs nachhallt.
Früh aufgestellt, spät geweckt: schwenningens albtraum im sap-eisstadion
Schon das erste Drittel liest sich wie eine Warnung. Marc Michaelis spurtet sich an Dominik Bittner vorbei, Alexander Ehl vollstreckt – 1:0 nach 3:48 Minuten. Die Wild Wings antworten mit einem Doppelschlag: erst Pfosten, dann Kopfschütteln. „Wir haben zu lange gebraucht, um die Schneidbrenner anzuzünden“, sagte Steve Walker nach dem Spiel, und die Statistik gibt ihm recht: Torschüsse nach 20 Minuten 12:5 für Mannheim, gefährliche Chancen: 6:1.
Walker wechselt in der Kabine um, doch sein Plan zerfetzt Yannick Proske nach 25 Sekunden. Der Ex-Kölner nimmt die Rückhand-Hereingabe, zieht direkt – 2:0. Die 13.031 Zuschauer ahnen: Heimrecht bis ins Finale ist fassbar. Schwenningen stemmt sich, doch der Puck will nicht übers Torline. Philip Feist vergibt freistehend, Alexander Karachun trifft nur Außennetz. „Wir haben die Kälte verloren“, sagt Kapitän Matthias Plachta später, „aber die Cleverness behalten.“
Genau diese Cleverness zeigt sich im Powerplay. Hakon Hänelt sitzt, die Adler schieben die Scheibe hin und her, bis Greco Plachta bedient – 3:0. Christopher Gibson sieht bei dem Schuss aus spitzem Winkel nicht gut aus, doch das ist nur Nebensache. Die Messe ist gelesen, selbst als Karachun in der Schlussphase zwei Mal trifft und Schwenningen kurz auf 4:2 heranrutscht. Die Uhr tickt runter, die Adler jubeln, die Wild Wings müssen in die Pre-Playoffs – und dort wartet jetzt Wolfsburg, das sie in der Tabelle noch überholt hat.

Das heimrecht ist gelb-blau – und das kann die del-saison entscheiden
Mit 94 Punkten beendet Mannheim die Hauptrunde vor Augen und München – und vor allem: vor den Playoffs. Das letzte Mal, als die Adler Rang zwei belegten, standen sie im Finale (2023). Trainer Dallas Eakins betont: „Wir wollten die Route der harten Checks, nicht der leichten Tore.“ Die Zahlen sprechen für ihn: 243 Treffer erzielt, nur 154 kassiert – beste Defensive der Liga.
Für Schwenningen ist die Rechnung bitter. Platz neun bedeutet keine Ruhe, sondern ein Best-of-Three gegen die Grizzlys, die sich durch ihren 3:2-Over-Time-Sieg gegen Augsburg auf Rang acht schieben und nun Heimrecht besitzen. Die Wild Wings gewannen beide Saisonspiele gegen Wolfsburg – beide auswärts. Jetzt brauchen sie einen Heimsieg, um nicht schon nach zwei Spielen zu fliegen. „Wir haben die Playoffs nicht verschenkt“, sagt Walker, „wir haben sie uns verspielt.“
Am Sonntagabend zieht der Blick nach Köln: Die Haie sichern sich die Meisterschaft der Hauptrunde, doch im Mannheimer Lager ist die Stimmung längst auf Finals-Modus umgestellt. Die Adler haben acht der letzten neun Spiele gewonnen, sechs davon vor heimischem Publikum. Das SAP-Eisstadion wird in den Playoffs kochen – und wer hier zuerst untergeht, der fliegt auch raus. Die Wild Wings haben das am Sonntag erlebt, nun droht ihnen das Déjà-vu gegen Wolfsburg. Die Uhr tickt. Die Klingen sind gewetzt.
