Pyro-attacke auf atlético in london: uefa muss handeln

Um 1.30 Uhr Ortszeit krachte es im Courthouse Hotel Shoreditch – nicht einmal, sondern zweimal. Atlético Madrids Champions-League-Traum wurde mit Knallkörpern aus dem Schlachtriss gerissen, bevor das Rückspiel überhaupt begann.

Feuerwerk gegen morata & co.

Feuerwerk gegen morata & co.

Die Spieler hatten das Emirates-Training hinter sich, das Abendessen vertilgt, die Zimmerlicht gelöscht. Dann detonierte die erste Ladung. 20 Minuten später folgte der zweite Satz, lauter, näher, gezielter. Mehrere Profis schossen aus dem Bett, das Sicherheitspersonal lief Sturm, doch die Täter verschwanden in der Nacht. Keine Zugangskontrolle, keine Absperrung – mitten in Shoreditch.

Der Klub reagierte sofort: Brief an die UEFA, Fotos, Zeugenaussagen. Der Vorwurf: gezielte Schlafstörung vor einer Halbfinal-Entscheidung. Die Täter hatten offenbar Insider-Wissen: sie wussten, in welchem Stockwerk die Mannschaft untergebracht ist und wann Licht aus war.

Es ist nicht der erste Pyro-Einsatz gegen eine spanische Mannschaft in England. 2018 traf es den FC Barcelona, 2021 Real Madrid. Die Täter sind nie identifiziert worden. Die UEFA ahndete mit Geldbußen – gegen die Heimvereine, nicht gegen die Angreifer. Atlético fordert nun konkrete Sicherheitsstandards für Final-Four-Teilnehmer: bewachte Hotelfluchten, mobile Polizei-Units, Pyro-Detektoren.

Die Londoner Polizei hat Ermittlungen aufgenommen, die UEFA wartet auf den offiziellen Bericht. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass organisierte Fan-Gruppierungen hinter dem Anschlag stecken, droht dem Gastgeber-Club ein Teil-Geisterspiel im internationalen Wettbewerb. Die nächste Rückspiel-Vorbereitung findet bereits unter erhöhter Schutzbehauptung statt – mit zwei zusätzlichen Sicherheits-Etagen und einem privaten Nachtwächter pro Spielerflur.

Sportlich bleibt die Lage klar: wer den Gegner mit Feuerwerk aus dem Konzept bringen will, hat die Kontrolle verloren. Atlético reist mit einem Ziel ab: den Krach von draußen in Jubel auf dem Platz zu verwandeln. Wenn die UEFA nicht endlich durchgreift, wird bald jeder Zweitliga-Klub wissen, dass Pyrotechnik billiger ist als ein Stürmer.