Minden verspielt 6-tore-führung und kassiert k.o. im keller

Ein halbes Spiel lang sah alles nach Befreiung aus, dann schlug der Abstiegs-Schock ein. GWD Minden führte zur Pause mit 18:12 gegen HSG Wetzlar, verlor am Ende 31:33 und steckt noch tiefer im Keller der Handball-Bundesliga.

Die Zahlen sind gnadenlos: 33 Gegen-Tore, zwölf Gegentore in Serie zwischen der 37. und 50. Minute, zwei Punkte weg. Alexander Weck brauchte nach Abpfiff drei Sätze, um das Desaster zu umreißen. „Wir kriegen einfach keine Hilfe mehr, sind viel zu früh in den Eins-gegen-Eins-Duellen weg“, sagte der Rückraumshooter. „Und wenn man 33 Tore kassiert, ist das halt so.“

Hsg wetzlar dreht die partie in 13 minuten

Die Wende begann mit einem einzigen Wurf. 19:12 – dann traf Wetzlar viermal in Folge, Mindens Abwehr stand wie versteinert. Was vor der Pause noch eine Mauer war, wurde zur Papiermacher-Deckung. Die HSG nutzte jeden Riesenwinkel, warf aus neun Metern, aus sieben Metern, aus fünf Metern. Mindens Torhüter kamen nicht mehr an den Ball.

Weck selbst traf dreimal, aber seine Treffer wirkten wie Einzelkämpfe. „Vorne fand ich es okay, wir haben 31 Tore gemacht. Das reicht normalerweise.“ Nur eben nicht, wenn hinten jeder Wurm zum Fuchs wird.

„Über dem strich“ – minden redet sich mut zusammen

„Über dem strich“ – minden redet sich mut zusammen

Trotz der neunten Niederlage im zwölften Spiel hält sich die Mannschaft an einem Satz fest: „Wir stehen über dem Strich.“ Tatsächlich: Minden hat 5:9 Punkte, liegt einen Punkt vor dem ersten direkten Abstiegsplatz. „Wir haben noch genug Spiele, wo wir punkten können“, sagt Weck. Die Frage ist nur: gegen wen? Nach Wetzlar warten mit Lemgo, Stuttgart und Hamburg drei weitere Hochkaräter.

Der Kader ist angeschlagen, einige Spieler laufen noch auf Ibuprofen. Die Pause kommt zur rechten Zeit. „Wir müssen regenerieren, aber auch arbeiten“, fordert Weck. Der Glaube bleibt, die Realität nagt. Wer 33 Gegentore kassiert, muss nicht an die Playoffs denken, sondern an die 2. Bundesliga.