Allegri zündet die notbremse: loftus-cheek rückt ins zentrum, tomori fliegt raus

Mailand – Kein Tor in vier von fünf Spielen, 0:1 gegen den Tabellenvorletzten Sassuolo, Champions-League-Träume im freien Fall. Max Allegri hat genug gesehen. Am Sonntag gegen Atalanta wird der Milan eine andere Mannschaft sein, oder sie ist es nicht mehr lange.

Tomori raus, de winter rein – die abwehr kriegt ein neues gesicht

Fikayo Tomori schenkte dem Gegner zwei Großchancen, holte Gelb-Rot und sich damit selbst den Platzverweis vom Sportgericht. Sein Ersatz steht fest: De Winter rutscht von der Bank direkt in die Startformation, rechts neben Gabbia und dem unbeirrten Pavlovic. Links bahnt sich eine kleine Sensation an: Der 19-jährige Bartesaghi darf gegen Zapata & Co. seine dritte Saisonpartie bestreiten – wenn er die Geschwindigkeit mitnimmt, die Estupinan zuletzt vermissen ließ.

Im Mittelfeld kriselt es am meisten. Jashari wirkte gegen Sassuolo wie ein Schuljunge im Sturm, Thorstvedt lief ihm davon, als wäre der Rasen nur für Norweger reserviert. Allegri verlangt jetzt «fellinische» Präsenz. Deshalb droht dem jungen Schweizer der Stuhl, und Rabiot sowie Fofana rücken in die Zentrale. Rechts im Dreierdreieck könnte endlich Loftus-Cheek zum Zug kommen – 1,91 m, 88 kg, aber bisher nur Geist auf Rädern. Der Engländer hat sechs Tage, um seine Kraft in Tore umzumünzen, sonst übernimmt Ricci.

Angriff ohne kompass – leao bleibt, die anderen müssen liefern

Angriff ohne kompass – leao bleibt, die anderen müssen liefern

Die Zahlen sind brutaler als jedes Pressefeuer: In sieben der letzten zehn Liga-Spieltage netzte der Milan höchstens einmal, in fünf Partien gar nicht. Leao ist trotz Trefferflaute «nicht verhandelbar», sagt Allegri. Doch neben ihm wird umgebaut. Nkunku verpulverte jede Geduldsmünze, Pulisic wirkt wie ein Gespenst in kurzen Hosen. Die Lösung könnte Füllkrug heißen – der Deutsche erzielte in der Hinrunde noch für Dortmund das 1:0 im Champions-League-Achtelfinale. Oder Gimenez, der Mexikaner, der seit seiner Sprunggelenk-OP vor allem Laufbänder sammelte. Wer auch immer spielt: Er muss treffen, sonst schlägt Atalanta die letzte Lebensfaser aus dieser Saison.

Allegri selbst schwor die Gruppe am Montagmorgen zusammen: «Sechs Tage, um euch wieder zu finden, oder wir werden euch finden – auf der Bank.» San Siro wird 75.000 Zuschler füllen, aber die können nur mitfiebern, wenn endlich wieder jemand den Ball über die Linie drückt. Sonst reicht das 0:0 nicht mal mehr für die Conference League.