Abqar packt sorloth zwischen die beine – sperre folgt sofort
Rot wegen Grabsch: Getafes Abdelkabir Abqar fasste Atlético-Stürmer Alexander Sörloth zwischen die Beine, videoüberprüft, sofort vom Platz – und kassierte gestern die zweispielige Sperre.
Die Szenen im Metropolitano wirken wie ein schlechter Scherz, doch der VAR-Monitor lügt nicht. 55. Minute, Atleti führt 1:0, die Kugel rollt auf der anderen Seite. Abqar und Sorloth liefern sich ein Gedränge, der Norwege stößt zu, der Marokkaner kontert – mit einer Bewegung, die eher ins Bordell als auf den Rasen gehört. Zwei Finger, klar zielgerichtet, direkt in den Schritt. Rot. Eklat.
Getafe versuchte postwendend, den Rauswurf herunterzureden: „Er hat nur am Trikot gezogen, der Kontakt war unabsichtlich“, behauptete der Klub in seinem Einspruch. Die spanische Disziplinarkommission lachte das Argument aus. Die Bilder seien „eindeutig und mit dem Schiedsrichterbericht identisch“, hieß es gestern in Madrid. Fazit: zwei Spiele Sperre, Espanyol und Athletic Club werden ohne Abqar auskommen müssen.
Abqars verteidigung klingt wie ein schlechtes alibi
„Im Fußball rempelt man sich, das war ein normales Duell“, sagte der 24-Jährige nach dem Spiel. Normal? Selbst seine eigenen Mitspieler sollen ihn im Kabinengang gefragt haben, was er sich dabei gedacht habe. Denn der Clip geht viral: Innerhalb von 24 Stunden knackte die Sequenz auf Twitter drei Millionen Klicks, die Memes schießen aus dem Boden. Schiedsrichter Ortiz Arias hatte sofort ein Bild im Kopf – und den Faustpfand in der Tasche.
Für Getafe kommt die Sperre ungelegen. Mit 28 Punkten steht das Team von José Bordalás nur drei Zähler über dem Strich, die nächsten Gegner Espanyol (Auswärts) und Athletic (Heim) gelten als direkte Konkurrenten im Abstiegskampf. Ohrenzeugnis Abqar fehlte zuletzt in 15 von 17 Partien über 90 Minuten – seine Robustheit war gefragt.
Atlético profitierte indirekt: Ohne den Störfaktor blieb die Defensive stabil, Angel Correa und Rodrigo de Paul lenkten die Aufmerksamkeit zurück auf Sportliches. Das 1:0 durch Nahuel Molina reichte, um Real Madrid vorübergehend auf Distanz zu halten. Die Colchoneros bauen ihre Heimserie aus: 13 Pflichtspiele in Folge ohne Niederlage im eigenen Stadion.

Die statistik liefert ein unangenehmes detail
Abqar ist erst der dritte Spieler in dieser Saison, der wegen „unsportlichen Verhaltens“ per Video direkt rot sieht – und der erste, der wegen sexueller Belästigung auf dem Platz gesperrt wird. Die Liga will laut Insidern ein Exempel statuieren, intern kursiert der Begriff „Zero-Tolerance-Punkt“. Soll heißen: Wer künftig in diese Richtung fasst, kann mit mindestens zwei Spielen rechnen – keine Gnade, egal wie laut die Club-Anwälte protestieren.
Für Sorloth ging die Geschichte glimpflich aus. Der Norweger schüttelte den Zwischenfall ab, brillierte mit Sprintduellen und bereitete zwei Großchancen vor. Am Ende lachte er sogar: „Ich habe schon robuste Verteidiger erlebt, aber das war neu.“ Die Fans feierten ihn im Netz als „unbezwingbaren Statisten eines Skandals“.
Getafe muss nun improvisieren. Innenverteidiger Omar Alderete laboriert an einer Oberschenkelblessur, Alternativen sind rar. Der Blick fällt auf 19-jährigen Fabrizio Anglada, bisher nur 37 La-Liga-Minuten auf dem Buckel. Gegen Espanyol droht ein Vakuum in der Luft, das nur mit tiefem Staggering und zusätzlichem Defensivmittelfeld zu kitten ist. Bordalás’ System lebt von Aggressivität – doch genau diese hat ihm nun den nächsten Riegel vorgeschoben.
Die Liga bittet künftig zusätzliche VAR-Kameras an, die per Algorithmus „unangemessene Körperkontakt“ erkennen sollen – ein Pilotlauf startet nach der Länderspielpause. Bis dahin bleibt eins klar: Wer packt zu, fliegt raus. Und Getafe muss in den nächsten 180 Minuten beweisen, dass sich auch ohne Abqar die Punkte sichern lassen. Die Rechnung: bei zwei Niederlagen rutscht der Klub auf Relegationsplatz 17 – und Abqars Griff wird zur teuersten Geste der Saison.
