Wolff jagt die legenden: dhb-torhüter rückt in ehrenrangliste vor

Andreas Wolff schnappt sich die Rekorde, während er auf der Bank sitzt. Beim 31:27 gegen Kroatien rückte der 34-jährige Keeper auf Platz 24 der Länderspielstatistik vor – und hat Langhoff, Schwalb und Böhme bereits hinter sich gelassen.

Die jagd auf frank-michael wahl ist trotzdem ein marathon

344 Einsätze, 1.412 Tore. Die DDR-Legende hält seit 43 Jahren beine Bestmarken des Deutschen Handball Bundes. Selbst Klaus-Dieter Petersen (340) und Christian Schwarzer (319) kamen nicht ran. Wolff steht bei 196 Länderspielen, doch das Tempo wird langsamer.

Die Knie sind es. Nach seiner Verletzung vor der Heim-EM wurde der Weltmeister von 2019 aus dem Kader genommen. Bundestrainer Alfreð Gíslason setzt auf Johannes Bitter und Till Klimpke. Wolffs nächster Einsatz könnte erst im Sommer 2027 werden – wenn überhaupt.

Der Keeper lacht dünn: „Ich zähle nicht mit, aber die Jungs schon.“ In der Kabine schiebt ihm Kapitain Uwe Gensheimer die Statistik unter die Nase. 204 Spiele stehen da, gleichauf mit Silvio Heinevetter. „Kleinigkeit“, murmelt Wolff. „Aber jeder Einsatz kostet jetzt 1.000 Euro an Schienbeinschoner.“

Groetzki war nah dran, bevor das licht ausging

Groetzki war nah dran, bevor das licht ausging

Patrick Groetzki hätte es auch erwischen können. 173 Spiele, 410 Tore. Dann die Nachricht aus Mannheim: Kreuzbandriss. Der Löwe beendet im Sommer, die Nationalmannschaft verabschiedet sich mit einem Freundschaftsspiel gegen Polen. „Ich wollte Bitter und Jansen einholen“, sagt er. „Jetzt jage ich sie im Pokal.“

Die Tabelle oben bleibt trotzdem stabil. Schwarzer liegt bei 966 Treffern, Gensheimer bei 921. Keiner der Jungen kommt ran. Not even close. Wolff schießt nur, wenn der Gegner draußen ist – 16 Tore in 196 Spielen. „Torhüter-Tore sind Bonuspunkte“, grinst er. „Aber sie zählen nicht für die Ewigkeit.“

Am Ende zählt nur Wahl. Der Rostocker wird 70 nächstes Jahr. Seine 1.412 Treffer sind ein Monument aus Sowjet-Ära und Wiedervereinigung. Wolff wird sie nicht einholen. Aber er kann noch ein paar Plätze klettern. Vorausgesetzt, das Knie hält. Und Gíslason ruft zurück.