Spanien und frankreich liefern sich 60 minuten krimi – 25:25 im quijote arena

Jan Gurri hätte den Siegtreffer auf dem Fuß, doch die Sirene ertönte, bevor der Ball das Netz fand. 25:25 – ein Remis, das sich anfühlt wie zwei Punkte verschenkt und gleichzeitig wie ein Sechser im Lotto. Denn was 4.000 Zuschauer im Quijote Arena von Ciudad Real erlebten, war kein Freundschaftsspiel, sondern eine Generalprobe mit offenem Ende bevor im Mai die WM-Tickets verteilt werden.

Gurri und pérez de vargas stürmen, dujshebaev zögert

Die Spanien-Startsechs um Gurri und Torwart Gonzalo Pérez de Vargas, zurück nach seiner Knie-Operation, legte los wie die Feuerwehr. 5:2 nach acht Minuten, 13:10 nach 20 – da schien Jordi Riberas Plan aufzugehen: frühes Tempo, hohe Abwehr, Franzosen überrumpeln. Doch Talant Dujshebaev wartete geduldig. Er ließ Richardson, Mem & Co. erst einmal draußen schwitzen, setzte auf Bolzinger zwischen den Pfosten und ließ seine Stars erst kurz vor der Pause einwechseln. Der Effekt: ein 3:0-Lauf zum 14:13-Pausenstand.

Im zweiten Durchgang dann der erwartete Schlagabtausch. Tarrafeta traf aus dem Rückraum, Fis verwertete das erste Fast-Break, Cikusa nagelte das 21:18. Frankreich antwortete mit drei Toren in Serie, Nahi verwandelte den ersten Strafwurf zur 23:22-Führung. Die letzten zehn Minuten: ein offenes Messer. Richardson trifft zum 23:24, Serdio gleicht aus, Paschal wirft die Gäste erneut in Führung. Letzter Angriff Spanien, 35 Sekunden auf der Uhr – Gurri zieht ab, Abpraller. Schlusspfiff. 25:25.

Die zahlen, die zählen

Die zahlen, die zählen

Die Statistik lügt nicht: 48 % Feldwurfquote gegen 46, 4 Siebenmeter verwandelt gegen 2, 9 technische Fehler gegen 11. Doch die echten Gewinner heißen Pérez de Vargas (14 Paraden, 38 %) und Bolzinger (12 Saves, 35 %). Ohne sie wäre die Partie längst entschieden gewesen. Auf der Gegenseite lieferte sich Richardson mit fünf Treffern ein Solo, während Ian Tarrafeta mit sechs Toren der konstanteste Rückraumwerfer der Rojas war.

Für Spanien geht es am 8. Mai nach Tel Aviv, Frankreich empfängt drei Tage später Prag. Die beiden Punkte gegen Israel dürften Pflicht sein, will man sich die Rechnung für die WM 2027 nicht unnötig verkomplizieren. Denn wer in Ciudad Real gesehen hat, wie schnell eine Führung verpufft, weiß: In der Quali gibt es keine Sirene, die einen letzten Fehler rettet.