Spalletti zieht nach udine-sieg die kasse: conceiçaos tor zählt, cambiaso spielt frei

Luciano Spalletti feiert, aber er streitet noch härter. Die Juventus siegt in Udine und springt mindestens für eine Nacht auf Rang vier. Doch statt sich in Selbstlob zu ergehen, nutzt der Coach die Sky-Mikrofone, um zwei hitzige Rechnungen zu begleichen.

„Conceiçaos Treffer war regulär“, donnert er. „Koopmeiners blockt nicht, er bewegt sich weg vom Torhüter. Der sieht den Schuss, schreit nicht mal. Wer will, dass der Treffer zählt, muss ihn zählen lassen.“ Damit spart er nicht mit Kritik an der VAR-Entscheidung, die den 2:0-Anschlusstreffer annullierte und die Partie offen hielt.

Cambiaso als schachfigur: marocchis kritik schießt daneben

Cambiaso als schachfigur: marocchis kritik schießt daneben

Die zweite Scharte richtet sich gegen Ex-Juve-Kicker Giancarlo Marocchi, der Andrea Cambiaso eine zu variable Position vorwirft. „Wenn er sich nicht bewegt, spielt er nicht mehr“, giftet Spalletti. „Er besetzt Halbräume, damit der Gegner seine Körpergröße nicht ausspielen kann. Das ist keine Unordnung, sondern moderne Raumplanung.“

Die Zahlen geben dem Coach recht: Cambiaso eroberte vor dem 1:0 den Ball in der Zentrale, sprintete 32 Meter und schlug die Vorlage für Yildiz. Genau diese Dynamik will Spalletti – kein klassischer Flügel, sondern ein Rotierender, der Spiel und Gegner durchbricht.

Die Takt-Nummer mit dem falschen Neunen lieferte eine weitere Lektion. Yildiz als Sturmspitze „funktioniert noch nicht“, Boga dagegen überraschte. „Ivorer, nie zuvor dort gesehen, aber clever zwischen die Ketten eingelaufen“, so Spalletti. Die Rotation bringt 59 Prozent Ballbesitz – höchster Saisonwert gegen eine Top-10-Defensive.

Der Clean-Sheet-Serie liegt Spalletti zufolge an genau dieser Ballkontrolle. „Wir riskieren nicht mehr umsonst. Wir halten, um Räume zu öffnen, nicht zur Schau. Das ist Reife.“

Die Kritik an der Rückkehr von der Roma-Krise lässt er nicht gelten. „Wer behauptet, wir hätten in Rom nichts verdient, soll die 90 Minuten nochmal anschauen. Reaktion in der 95. Minute ist Charakterstärke, nicht Glück.“

Juve ist zurück in der Champions-League-Ränge, Spalletti zurück in seinem Element: frontal, faktenbasiert, unbequem. Die Meisterschaft ist weiter weg, die DNA seiner Mannschaft nicht.