Siegemund schlägt marcinko erneut und jagt nächstes opfer in miami

Laura Siegemund schickt sich an, die Miami Open zur Schau ihres unbändigen Durchhaltevermögens zu machen. Die 38-jährige Metzingerin fegte Petra Marcinko mit 6:4, 6:4 aus dem Turnier – exakt 17 Tage, nachdem sie der Kroatin in Indian Wells noch zum Sieg gratuliert hatte.

Knie tape, kopf klar – siegemund startet aufholjagd

Knie tape, kopf klar – siegemund startet aufholjagd

Regen peitschte gegen das Dach von Court 4, als Siegemund sich in der ersten Runde durchriss. Das Bandage um ihr rechtes Knie glitt nach jedem Slide, doch die Routiniere nutzte die Feuchtigkeit, um ihre Slicebälle noch tiefer rutschen zu lassen. Marcinko, 20 Jahre alt und vor zwei Wochen noch Siegerin, wirkte wie in Zeitlupe – 4:4, dann zwei kostbare Fehler, Break. Satz. Vorentscheidung.

Im zweiten Durchgang schraubte Siegemund die Schlaggeschwindigkeit nicht nach oben, sondern die Schlaghäufigkeit. Stopps, Stops, wieder Stops – Marcinkos Quadrizeps zitterte, die Oberarme verkrampften. Nach 1:26 Stunden verwandelte die Deutsche den ersten Matchball und hatte gleichzeitig die nächste Zielperson im Visier: Alexandra Eala.

Die 19-jährige Philippine gilt als heißeste Rookie der Saison. 180 km/h Serve, vertrackte Linkshänder-Spin – ein Test für Siegemunds Taktikgespür. „Ich spiele nicht gegen Geschwindigkeit, ich spiele gegen Köpfchen“, sagte sie nach dem Match, das Tape bereits im Eimer. Für Eala wird es die erste Begegnung mit der deutschen Schachmeisterin auf Sand-Ähnlichem Hartplatz.

Die Statistik spricht für Spannung: Siegemund gewann fünf der letzten sechs Drittrundenmatches in Premier-Turnieren, wenn sie die zweite Runde überstand. Eala holte in diesem Jahr bereits 23 Breaks, kassierte aber auch 19 Doppelfehler. Die Wette: Wer zuerst die Nerven behält, trifft auf Swiatek oder Gauff.

Weiterer deutscher Rückenwind: Tatjana Maria und Eva Lys stehen ebenfalls im Hauptfeld. Maria schlüpft ins zwölfte Miami-Kleid, Lys jagt nach ihrem Charleston-Halbfinale den ersten Tier-I-Sieg. Ella Seidel verpasste knapp – 6:7, 6:2, 5:7 in der Quali –, aber ihre Zeit kommt. Siegemunds Zeit ist jetzt. Wenn das Knie hält, könnte sie zum ersten Mal seit 2017 wieder das Achtelfinale erreichen. Gegen Eala zählt nur eins: Marcinko war der Anfang, nicht das Ende.