Siebert träumt vom ü50-kicken: nach schiri-karriere?

Berlin – Daniel Siebert, der Berliner Fußballschiedsrichter, hat nach seiner Leistung im Champions-League-Finale und der verpassten WM eine überraschende Zukunftsvision: Er möchte in der Ü50-Altersklasse mitkicken. Das gab er in einem Gespräch mit dem rbb bekannt.

Der höhepunkt seiner karriere: das champions-league-finale

Für Daniel Siebert war das Champions-League-Finale zwischen Arsenal und Paris Saint-Germain ein besonderer Moment. Als erst fünfter deutscher Schiedsrichter überhaupt durfte er dieses prestigeträchtige Spiel leiten. Er sprach von einem Privileg und einer großen Ehre, die er sich erworben habe. Die Vorbereitung verlief wie immer, doch das Drumherum, wie Interviews und Pressetermine, waren neu.

Die Medien und viele Schiedsrichterkollegen lobten seine Leistung, was Siebert zwar freute, ihn aber nicht selbst loben ließ. Er betonte, dass er als Schiedsrichter die Sprache der Spieler sprechen und trotzdem klare Grenzen setzen müsse. Er repräsentierte mit seinem Auftritt den DFB und das Schiedsrichterwesen in Deutschland und war froh, dass es positiv gelaufen sei.

Die bittere pille: verpasste wm

Die bittere pille: verpasste wm

Trotz seiner herausragenden Leistung im Champions-League-Finale wurde Siebert nicht für die Weltmeisterschaft nominiert. Er nimmt diese Entscheidung gelassen hin und gönnt den Kollegen, die dabei sind, seinen Erfolg. Die Zeit, die er sonst mit Reisen verbringen würde, kann er nun mit seiner Familie verbringen, was ihm ebenfalls viel Wert ist. „Man muss mit dem zufrieden sein, was man erreicht hat“, so Siebert.

Von der pfeife zum platz: der traum vom ü50-kicken

Von der pfeife zum platz: der traum vom ü50-kicken

Siebert blickt zurück auf eine lange Karriere als Schiedsrichter, die vor 14 Jahren begann. Er gab zu, dass er früher als Schiedsrichter in den Stadien kostenlos reinkommen konnte, was ihn damals als Jugendlicher sehr gereizt hatte. Jetzt, da seine Schiri-Karriere dem Ende zusteht, träumt er davon, selbst wieder auf dem Platz zu stehen – in der Ü40 oder Ü50-Altersklasse. Er vermisst die Gemeinschaft in der Kabine und die Gespräche mit seinen Teamkollegen nach dem Spiel.

Ein besonderes Anliegen ist ihm die Wertschätzung für Schiedsrichter, insbesondere in den unteren Ligen. Er plädiert für mehr Respekt und Toleranz gegenüber den Unparteiischen, die oft auf sich alleine gestellt sind und technische Hilfsmittel fehlen. Er wünscht sich, dass die Leute erkennen, dass auch Schiedsrichter Fehler machen können, gerade wenn sie in unteren Ligen tätig sind.

Daniel Siebert hat bewiesen, dass er einer der besten Fußballschiedsrichter Deutschlands ist. Sein Traum vom Ü50-Kicken zeigt, dass er auch nach seiner aktiven Schiedsrichterkarriere dem Sport verbunden bleiben möchte. Die Fußballwelt kann gespannt sein, wie er seine nächste sportliche Herausforderung meistern wird.