Shiffrin schlägt aicher mit 87 punkten – rekord-kugel nummer sechs ist ihr

87 Punkte. Das ist der Abstand, der Emma Aicher von der größten deutschen Saison-Party seit 15 Jahren trennte. Stattdessen feierte Mikaela Shiffrin in Hafjell ihren sechsten Gesamtweltcup – und schob sich neben Annemarie Moser-Pröll in die Geschichtsbücher.

Ein zweiter lauf, der alles entschied

Nach dem ersten Durchgang des Riesenslaloms lag Aicher als Dritte nur 0,26 Sekunden hinter der Führenden. Shiffrin war 17. – ohne Punkte. Die Kugel schien zu wackeln. Doch der US-Amerikanerin reichte im zweiten Lauf Platz elf, um sich noch in die Punkteränge zu retten. Aicher wurde Zwölfte, verpasste den Sieg, den sie brauchte, um 2,04 Sekunden. Fertig.

Die 22-Jährige aus Bad Wurzach fuhr dennoch auf Rang zwei der Endabrechnung – das beste deutsche Resultat seit Maria Höfl-Rieschs Triumph 2011. Die Liste der deutschen Gesamtweltcupsiegerinnen bleibt überschaubar: Katja Seizinger (1996, 1998), Rosi Mittermaier (1967) und eben Höfl-Riesch.

Shiffrins zauberformel: kaum fehler, immer punkte

Shiffrins zauberformel: kaum fehler, immer punkte

Während Aicher in dieser Saison mit spektakulären Spitzenleistungen glänzte, setzte Shiffrin auf Konstanz. Sie fuhr 19 Mal unter die Top Ten – und kassierte dafür 19 Mal Punkte. Das reichte. Die Amerikanerin musste nicht gewinnen, sie durfte nur nicht abstürzen. Genau das machte sie zur Rekordhalterin.

Für Aicher bleibt die Erkenntnis: Sie kann mit der Besten der Welt mithalten. Der nächste Winter beginnt in sechs Monaten. Die Kugel ist dann wieder unbeschrieben. Und Aicher hat bereits bewiesen, dass sie sie anfassen kann.