Sgv freiberg zieht nach heilbronn – aufstiegsträume am neckar
Die Entscheidung ist gefallen: Der SGV Freiberg verlässt seine Heimat und wird ab der kommenden Saison in Heilbronn spielen. Nach Jahren des Streits mit der Stadtverwaltung und zwei verpassten Aufstiegschancen zieht der Regionalliga-Südwest-Spitzenreiter nun in die Großstadt am Neckar – mit neuem Namen, neuem Stadion und einem einzigen Ziel: die 3. Liga.
Endlich klarheit: freiberg zieht den stecker
Präsident Emir Cerkez spricht offen aus, was in Freiberg seit Jahren unter der Oberfläche brodelte: „Wir sind hier nicht gewünscht.“ Die Stadt lehnte Ausbaupläne, Erbbaurechte und jede Vision für professionellen Fußball ab. Nun folgt der logische Schritt – und der ist emotional. „Das Thema ist vom Tisch“, sagt Cerkez knapp. Für ihn ist es keine Flucht, sondern eine Befreiung.
Der Umzug ins Frankenstadion bringt nicht nur eine neue Heimat, sondern auch einen neuen Vereinsnamen. Ob „SGV Freiberg-Heilbronn“ oder „SGV Heilbronn-Freiberg“ – die Debatte läuft. Klar ist: Der Zusatz „Heilbronn“ wird Teil der Marke. Ein klares Bekenntnis zur neuen Stadt, aber auch ein Seitenhieb auf die alte.

Lushtaku und kehl-gomez: „wir wollen hoch“
Trainer Kushtrim Lushtaku atmet auf. Der 36-Jährige, der selbst als Jugendspieler beim VfR Heilbronn kickte, wohnt nur wenige Kilometer vom neuen Spielort entfernt. „Wir hatten zwei Jahre lang kein Ziel. Das ist vorbei“, sagt er nach dem 1:0 gegen Trier, das die Tabellenführung auf vier Punkte ausbaute. Auch Kapitän Marco Kehl-Gomez, zuletzt scharfer Kritiker des Drittliga-Verzichts, zeigt sich erleichtert: „Jetzt haben wir ein Ziel. Ohne Ziel kann ein Sportler nicht überleben.“
Die Entscheidung wirkt wie ein Befreiungsschlag. Nach Jahren der Unsicherheit, des Streits mit der Kommune und der Angst, den Anschluss zu verlieren, hat der Klub endlich eine Perspektive. Und die heißt: nach oben.
Heilbronn wiederaufleben zu sehen, wäre ein kleines Fußballwunder. In den 70ern war der VfR ein Schwergewicht im Süden, heute ist der VfR Heilbronn 96/18 nur noch ein Schatten seiner selbst. Der SGV könnte den Fußball zurückholen – nicht als Retter, aber als neuer Machtfaktor.
Cerkez ist bereit. Der Verein ist bereit. Die Mannschaft ist bereit. Und die Stadt? Die hat endlich wieder ein Team, das nach oben spielt.
