Schweizer ski-männer laufen österreich den rang ab – frauen verpassen historischen doppel

Die Schweiz schreibt im alpinen Ski-Weltcup Geschichte – und das, ohne ihre Königin. Lara Gut-Behrami fehlt, doch ihre Kollegen machen den Job trotzdem. Nach dem Dreifach-Triumph von Garmisch führt Swiss-Ski mit 7427 Punkten und 860 Zählern Vorsprung vor Österreich. Die Serie der Eidgenossen: sechs Siege in sieben Jahren, sieben Mal in Folge bei den Männern. Ein Novum, das selbst die eigenen Verantwortlichen sprachlos macht.

Österreich rutscht ab – und das in der königsdisziplin

Die Abfahrt war einst Rot-Weiß-Rot. Heute ist sie Rot-Weiß. Die Schweizer Männer haben im Super-G 67 Punkte Vorsprung, in der Abfahrt sogar dreistellig. Noch drei Speed-Rennen, doch selbst ein Kollaps würde den Vorsprung nicht mehr zunichte machen. Die ÖSV-Herren müssen sich fragen lassen, wie sie 1320 Punkte verspielen konnten. Die Antwort: Marco Odermatt. 24 Jahre, fünf Saisonsiege, eine Aura wie damals Hermann Maier – nur in Helvetien-Träger.

Bei den Frauen sieht es anders aus. Mikaela Shiffrin hat die Slalom-Kugel schon eingepackt, die USA führen 469 Punkte vor Österreich und 929 vor der Schweiz. Für Swiss-Ski wäre es der vierte Gesamtsieg in Serie, doch diesmal fehlt der Frauen-Anteil. Historisch: nur 1981/82 gewannen die Amerikanerinnen einmal. Nun droht der zweite Coup. Die Schweiz kann ihn nicht verhindern – schon gar nicht ohne Gut-Behrami.

Die letzten chancen für österreich

Die letzten chancen für österreich

Ski Austria bastelt noch an Disziplin-Wertungen. Super-G der Männer: plus 67 Punkte für die Schweiz. Abfahrt der Frauen: nur 45 Punkte Rückstand auf die USA. Kleine Trophäen, große Ernüchterung. Wenn ausgerechnet die Disziplin, die einst die österreichische Visitenkarte war, nur noch zur Nebensache wird, ist das ein Symbol. Die nächste Generation muss umdenken – oder weiter hinterherfahren.

Für Swiss-Ski ist die Rechnung einfach: Ein weiterer Gesamtsieg würde die Dominanz der letzten Jahre krönen. Die Männer sind sicher, die Frauen haben den Anschluss verpasst. Am Ende bleibt ein fast schon unsichtbares Plus: ein Land, das trotz Verletzungssorgen souverän bleibt. Die Finalrennen in Lillehammer stehen bevor. Die Kugeln sind fast verteilt, nur die Nationenwertung zittert noch. Für Österreich wird es eng. Für die Schweiz wird es eine Parade.