Swaczyna jongliert mit zwei jobs – nationaltrainer österreich bleibt vfb-friedrichshafen treu
Adam Swaczyna spielt Doppelpass. Der 38-jährige Pole leitet künftig die österreichische Volleyball-Nationalmannschaft und behält dabei fest den Zügel beim VfB Friedrichshafen in der Hand. Parallelverpflichtungen? Für den Gewinner von mehr als 50 Bewerbern keine Frage, sondern ein Statement.
Der deal: vertrag bis 2028, silbermedaille im gepäck
Swaczyna unterschrieb beim Österreichischen Verband bis zum Ende der Saison 2028. Die sportliche Visitenkarte lieferte er bereits in Paris: Assistenztrainer bei Polens Silber-Coup. „Ich mag Herausforderungen und die Möglichkeit, etwas aufzubauen“, sagt er. Die Chance, eine neue Generation zu prägen, war größer als die Angst vor Terminkollisionen.
Der VfB bestätigt: Der Hauptjob am Bodensee bleibt unangetastet. Trainingseinheiten, Videoanalysen, Spieltag – alles wie gehabt. Die Logistik wird auf beiden Seiten akribisch geplant, damit keine Mikroseconds verloren gehen.

Warum das funktioniert – und warum jetzt
Parallelmandate sind im Volleyball keine Randerscheinung, sondern ein strukturelles Merkmal. Klubs akzeptieren, dass Nationaltrainer ihre Spieler besser kennen, Verbände profitieren vom Alltagswissen der Clubs. Swaczyna nutzt die Lücke, die entsteht, wenn andere zögern. Während manche Coaches auf Sicherheit setzen, setzt er auf Geschwindigkeit.
Die Zahlen sprechen für sich: über 50 Bewerbungen gingen ein, eine einzige erhielt den Zuschlag. Der Verband zahlte keine Ablöse, der Club verlangte keine Freigabe. Ein Handschlag, ein Vertrag, ein Ziel – Olympische Qualifikation 2026.
Swaczyna fliegt hin, fliegt zurück, schaut Videos am Flughafen, schickt Aufstellungen aus der Luft. Stress? Vielleicht. Aber wer Silber gewinnt, kennt den Geschmack von fast Gold – und will nachlegen.
