Seiffert packt's: fcs-chef wechselt zum ksc – saarbrücken schweigt
Am 1. Juli 2026 steht Christian Seiffert nicht mehr in der Ludwigspark-Arena, sondern im Wildparkstadion. Der Geschäftsführer des 1. FC Saarbrücken wechselt zum Karlsruher SC – und lässt den Drittligisten mit offenen Mündern zurück.
Die kündigung kam per pressemitteilung aus baden
Der KSC verkündete den Transfer am Sonntag, 17:42 Uhr, ohne vorherige Abstimmung mit dem bisherigen Arbeitgeber. „Wir gewinnen eine erfahrene Führungskraft“, jubelte Karlsruhes Vorstand Jens Maier. Seiffert soll als „Direktor Infrastruktur und Stadionbetrieb“ die Modernisierung des 2028 fertig werdenden Wildparkstadions vorantreiben. Laut Vereinsangaben unterschrieb er einen Vierjahresvertrag bis 2030.
Der 54-Jährige hatte beim FCS seit Sommer 2023 Geschäftsführer-Posten inne und zuvor acht Jahre lang als Vorstand für Infrastruktur und Spielbetrieb die Geschicke des Clubs mitgesteuert. Unter seiner Ägide stieg der FCS 2022 in die 3. Liga auf, die Jugendakademie wurde ausgebaut, die Geschäftszahlen saniert. Doch genau diese Bilanz macht den abrupten Abschied umso brisanter.

Kein wort aus saarbrücken
Während der KSC Detail um Detail rausposaunt, herrscht beim 1. FC Saarbrücken Grabesstille. Kein offizielles Statement, keine Danksagung, kein Nachfolgeplan. Intern kursieren zwei Versionen: Die eine spricht von einer „Kopf-an-Kopf-Entscheidung“ innerhalb der Gesellschafter, die andere von einem „Angebot, das sich nicht ausschlagen lässt“. Fakt ist: Seifferts Vertrag lief ursprünglich bis 2027, eine Ausstiegsklausel wurde offenbar stillschweigend aktiviert.
Die Personalie könnte Saarbrücken teuer zu stehen kommen. Der FCS steht vor dem Umzug in die neue „Westtribüne“, plant ein Trainingsgelände für 15 Millionen Euro und verhandelt mit potenziellen Investoren über eine strategische Beteiligung. Ohne den Architekten dieser Projekte droht Stillstand.
Karlsruhe dagegen gewinnt einen Mann, der in der Branche für „knallharte Verhandlungen“ und „100-prozentige Termintreue“ bekannt ist. „Ich freue mich sehr darauf, künftig Teil dieses Clubs zu sein“, zitiert der KSC Seiffert. Die Saarbrücker Fans hingegen fragen sich nur: Warum schweigt unser Vorstand? Die Antwort liegt wohl im Sommer – wenn der erste Heimspieltag ohne ihren bisherigen Strippenzieher ansteht.
