Saugstrup schlägt berlin nieder und schreit die meisterschaft herbei
Magnus Saugstrup war sonst der Ruhepol im Rückraum. Gegen die Füchse wurde der Däne zur Kanone, jagte neun Treffer in die Maschen und schickte den SCM mit einem 35:33 auf Titelkurs. Die Konkurrenten zappeln jetzt acht Punkte dahinter – das ist keine Lücke, das ist ein Graben.
Doch das Spiel verlief lange wie ein Magdeburger Albtraum. Fünf verworfene Siebenmeter in Halbzeit eins, 15:15 zur Pause, und die Berliner Keeper schienen jeden Ball zu küssen. „Wir haben die Chancen erschaffen, das ist das Wahre“, sagte Saugstrup mit zittriger Stimme, die Maske noch halb heruntergeklappt. „Wenn du keine Siebenmeter bekommst, kannst du sie auch nicht vergeben.“
Die wende kam mit der angst der füchse
Nach dem Seitenwechsel drehte der SCM auf wie ein Turbosauger. Gísli Kristjánsson lenkte das Spiel, Saugstrup nagelte von der Kreismitte – und plötzlich flogen die Bälle nicht mehr ins Aus, sondern ins Netz. Die Hauptstädter wehrten sich verzweifelt, doch Milosavljev parierte in entscheidenden Sekunden wie ein Zauberer. 35:33 – die Arena explodierte, die Spieler tanzten einen Kreis, als wollten sie die Punkte einbunkern.
Die Tabelle lügt nicht: Magdeburg steht mit 46:6-Punkten allein auf der Spitze, Flensburg folgt als Zweiter mit 39:9, Berlin bleibt bei 38:10 hängen. „Die Meisterschaft liegt zu 100 Prozent in unseren Händen“, sagte Kristjánsson, aber seine Augen verrieten Zweifel. „Am gefährlichsten ist jetzt der Kopf.“

Kristjánsson warnt vor dem inneren gegner
Er kennt die Fallen. Vor zwei Jahren platzte beim SCM trotz Vorsprung noch die Seifenblase. „Wir haben acht Spiele, keine Ferien“, betonte der Isländer. Die nächste Woche bringt Balingen, dann reist der Club nach Melsungen – beides keine Kracher, aber genau deswegen brandgefährlich. „Wenn wir denken, es läuft von selbst, bekommen wir auf die Mütze.“
Saugstrup will die Spannung nicht abschalten. „Ich schlafe besser, wenn ich morgens weit oben in der Tabelle aufwache“, sagte er und grinste verschmitzt. Der Däne hat in dieser Saison erst 52 Treffer erzielt – gegen Berlin schoss er fast ein Fünftel davon auf einen Abend. „So kann’s weitergehen“, meinte er. „Aber ich brauche keine neun Tore, ich brauche nur zwei Punkte.“
Die Fans feierten bis Mitternacht, die Spieler trällerten „So sehen Meister aus“. Die Meisterschaft ist noch nicht in Magdeburg, aber sie riecht schon nach Elbe. Und wenn der Kopf hält, wird die Schale im Mai durch die Stadionstraße getragen – das verspricht Saugstrup, während er die Schuhe bindet. „Wir haben jetzt keine Zeit mehr für Selbstzweifel.“
