Füchse kriegen den kinnhaken: magdeburg boxt berlin aus dem titelring

Ein Schlag ins Gesicht war’s, kein bloßer Rückschlag. Die Füchse Berlin taumeln nach dem 33:35 in Magdeburg acht Punkte hinter dem Spitzenreiter und müssen nun die Champions League statt der Meisterschaft im Visier nehmen. Die SCM-Arena bebte, die letzten 120 Sekunden rissen das Tableau herunter – und mit ihm die Illusion vieler Hauptstädter.

Krickau zieht bilanz: „vorteile liegen längst bei magdeburg“

Nikolej Krickau sprach kein Wort von Pech. Der Füchse-Trainer redete Klartext: „Alle Vorteile liegen bei Magdeburg, aber das ist schon lange so. Sie haben sich diese Ausgangsposition verdient.“ Eine ehrliche Abrechnung, denn seine Mannschaft verpasste es, in der Schlussphase die Nervenkontrolle zu übernehmen. Stattdischtete der SCM-Torjäger Gísli Kristjánsson mit zwei sehenswerten Distanzwürfen den Sack zu.

Die Zahlerzähler sind gnadenlos. Nach 24 Spieltagen steht Magdeburg bei nur vier Minuspunkten, Berlin kassierte bereits die fünfte Saisonniederlage. Zwischen beiden Klubs klafft nun eine Lücke, die selbst ein formeller Lauf der Füchse nicht mehr ganz schließen kann – es sei denn, Magdeburg rutscht in eine Verletzungsmisere hinein, wie Krickau mit nüchternem Blick anmerkte.

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Die SG Flensburg-Handewitt schob sich auf Rang zwei vorbei und verwies Berlin auf Platz drei. Für die Füchse heißt es jetzt: statt Meisterschaftsträume lieber Tickets für die Königsklasse sichern. Die restliche Saison wird zum Kampf um direkte Quali-Plätze, nicht um goldene Pokale. Ein Trost bleibt: das eigene Publikum. In der Max-Schmeling-Halle wollen sie die Serie von zwölf Heimsiegen ausbauen und so das Momentum vor dem Europapokal-Halbsturm kreieren.

SCM-Coach Bennet Wiegert nahm das Kompliment mit, das ihm die ewigen Titelfragen implizieren: „Es ist ein großes Kompliment für die Mannschaft.“ Er weiß, dass sein Team nun den Zenit überquert hat und nur noch eine extreme Serie aus Verletzungen oder Punktverschenkungen die Kurskorrektur bringen könnte.

Für Berlin bleibt der Geschmack von Blut im Mund. Die Saison ist nicht verloren, aber der Anspruch muss neu justiert werden. Wer oben mitspielen will, darf solche K.o.-Spiele nicht aus der Hand geben. Die Füchse haben sich selbst in die Ecke gestellt – und nur noch wenige Runden Zeit, um zurückzuschlagen.