Iranischer torhüger barkhordari flieht vor krieg – ademar león verliert startelf-keeper

Saeid Barkhordari ist weg. Kein Training, kein Spiel, keine Rückkehr absehbar. Der iranische Nationaltorwart des spanischen Erstligisten Abanca Ademar León hat den Klub mit sofortiger Wirkung verlassen, weil die Eskalation zwischen Teheran und Washington seine Familie zerreißt. Die Leonesen gaben ihm Sonderurlaub – offiziell „unbefristet“, in Wahrheit ein Schutzraum vor einem Konflikt, der auch die Handballwelt erreicht.

Die bombe platzte am vortag des auswärtsspiels in nava

Die bombe platzte am vortag des auswärtsspiels in nava

Trainer Toni Gerona musste kurzfristig den 23-jährigen Junioren-Nationaltorwart Marcos García hochziehen. Er wird heute Abend gegen Viveros Herol BM Nava neben Álvaro Pérez zwischen die Pfosten rotieren. Eine Duo, das sich – sollte Barkhordari nicht zurückkehren – auch nächste Saison etablieren könnte. Der Iraner war erst im Winter bei der Asienmeisterschaft in Kuwait noch die Nummer eins, schmiss das Turnier vorzeitig, weil das Team Guijosa keine WM-Chance mehr hatte. Nun folgt der nächste Abriss.

Die Zahlen sind brutal: vier Saisons in León, 156 Paraden in der laufenden ASOBAL-Saison, 34 % Fangquote – allein diese Werte machen den Ausfall zum Handstand für die Tabellenvierten. Barkhordari gewann in seiner Heimat fünfmal die Premier League, wurde mit 19 Jahren beim Asienspiel in Guangzhou zum besten Keeper gekürt. Doch der Ruhm im eigenen Land nützt nichts, wenn die Angst um Angehörige wächst.

Intern spricht man vom „Manolo-Cadenas-Problem“. Der Altmeister hatte Barkhordari 2021 nach Spanien geholt, plante ihn für Torrelavega weiter zu verleiren – ein Deal, der nun ins Leere läuft. Die Vertragsklaueln sind fix, doch die Realität flattert. Ademar León rechnet intern mit einer Ausfallzeit von mindestens sechs Wochen. Danach? Offen. Die Verantwortlichen halten die Kommunikation mit dem Spielberater auf Minimum, um keine zusätzlichen Wellen zu schlagen.

Für García ist der Sprung ein Traum und ein Risiko zugleich. Der 19-Jährige war bislang nur in der División de Honor Plata im Einsatz, kassierte in 14 Spielen 5,9 Tore pro Partie weniger als der Durchschnitt. Gegen die wurfgewaltige Linie von Nava wird er sich beweisen müssen – und gleichzeitig die Psyche schützen, weil jeder Fehler mit Blick auf Barkhordaris Rückkehr vermessen wird.

Abanca Ademar León verliert mehr als nur einen Schlüsselspieler. Mit Barkhordari verschwindet auch die Erzählung einer globalen Karriere, die von Isfahan über Beirut, Doha und Valladolid bis in die heißen Stadien der ASOBAL führte. Der Krieg holt den Sport ein – und der Sport schickt einen jungen Mann nach Hause, bevor die Tore fallen, die man nicht mehr aufhalten kann.