Sammarco zieht die bremse: genoa kommt – verona bereit für den kampf
Paolo Sammarco wirft kein Blatt vor den Mund. Sonntag, 12.30 Uhr, Bentegodi – da will der Hellas Verona nicht punkten, sondern kassieren. Drei Zähler, mehr nicht. „Wir arbeiten dafür, zu gewinnen“, sagt der Coach bei der Pressekonferenz und klingt dabei, als hätte er die Rechnung schon ohne den Gegner gemacht. Doch dann die Einschränkung: „Gegen Genua braucht es höchste Achtung.“
Die frische kommt von außen
Die Partie gegen Bologna (0:0) war kein Befreiungsschlag, aber ein Befreiungsschimmer. „Harmonie anders, mehr Vertrauen“, beschreibt Sammarco die Stimmung nach dem Napoli-Spiel und dem Remis in Emilia-Romagna. Den turbo bringen Neuzugänge: Andri Freyr Baldursson und Suat Serkan. „Mental frei von Altlasten“, sagt Sammarco über die Isländer-Connection. „Sie haben die vorherigen Krisen nicht mitgemacht, kommen mit offenem Visier.“ Technisch lauern noch Lücken, dafür feuert die Gruppe neu. „Zwei Kämpfer, die das Kollektiv nach vorren schieben“, so der Trainer.
Der Rest des Kaders? Lirola steigt wieder ein, die Langzeitverletzten dauern noch eine Woche. Dafür rückt der Blick auf das Duo Orban – Bowie in den Fokus. „Intelligent, beweglich, lesen sich gegenseitig“, schwärmt Sammarco. „Sie verstehen, wann der Partner in die Tiefe geht und wann er kurz kommt.“ Ein zarte Hoffnung für eine Angriffreihe, die in dieser Saison selten funktionierte.

Genoa ist kein aufbaugegner
Die Ligastatistik warnt: Die Rossoblu holten in den letzten fünf Spielen zehn Punkte, kassierten nur zwei Gegentore. „Viele Spieler tauschen ihre Positionen, lauern auf Übergänge“, analysiert Sammarco. „Wenn wir nicht in der ersten Sekunde hellwach sind, werden wir ausgekontert.“ Die Defensive muss deshalb die DNA von Bologna mitbringen: Disziplin, Zweikampfstärke, Kommunikation. „Hilfe für den Nebenmann ist Pflicht, nicht Kür.“
Ein Name fällt dabei besonders: Djalil Belghali. Die Fans kennen ihn als dribbelstarken Wirbelwind, Sammarco als „einzigartige Physis“. „Geschwindigkeit und Technik in einem Körper – das hat bei uns niemand.“ Nach einer Woche Volltraining steht der Marokkaner vor der Rückkehr in den Kader. Rechts hinten liefert Oyegoke Konkurrenz, doch die Startelfentscheidung fällt erst am Sonntagmorgen.
Die Rechnung ist einfach: Verona hat 21 Punkte auf dem Konto, der Abstand zum Strich beträgt drei Zähler. Ein Sieg gegen Genoa würde die Krise nicht beenden, aber die Klinke nach oben drücken. Sammarco kennt die Zahlen, er kennt die Stimmung – und er kennt die Alternative. „Wenn wir nicht gewinnen, bleibt der Druck. Und der Druck frisst Energie.“ Punkt. Kein Fragezeichen, kein Ausblick. Nur ein Termin: Sonntag, 12.30 Uhr. Bentegodi. Anpfiff.
