Rowe zaubert, joao mario patzt: bologna verliert trotz starker svilar-paraden

Die Nacht begann mit einem Zauber und endete mit einem Desaster. Rowe zog aus 25 Metern ab, die Kugel rutschte durch die Hände von Svilar – doch der Serbe war nicht der Schuldige. Er hatte zuvor schon drei Glanzparaden gegen Malen und Co. hingelegt, die Bologna im Spiel hielten. Die 0:1-Niederlage gegen die Giallorossi ist ein Spiegelbild der Saison: viel Einsatz, wenig Effizienz.

Joao mario entzaubert sein eigenes team

Der Portugiese lief als Linksverteidiger auf, sollte aber vor allem die zweite Angriffswelle initiieren. Was folgte, war ein Katalog von Fehlentscheidungen: Zwei Ballverluste in der eigenen Hälfte, ein Foul an Dybala im Strafraum und ein verunglückter Rückpass, der beinahe das 0:2 bedeutete. Die Kurve pfeift, Trainer Motta schüttelt nur den Kopf. „Wir haben Joao Mario in dieser Rolle getestet, weil wir Alternativen suchen“, sagt er nach dem Spiel. „Heute Nacht hat er gezeigt, warum wir noch suchen.“

Die Statistik ist gnadenlos: 34 Ballkontakte, 12 Fehlpässe, keine einzige klare Torvorlage. Ein einziger seiner Flanken findet einen Mitspieler. Die restlichen landen im Aus oder auf der Brust eines Gegners. Bologna verliert hier nicht nur Punkte, sondern auch die Geduld.

Malen und svilar: die einzigen lichtblicke

Malen und svilar: die einzigen lichtblicke

Während Joao Mario strauchelt, glänzen zwei andere. Svilar wehrt sieben Torschüsse ab, zwei davon aus kürzester Distanz. Er ist der Grund, warum die Roma nicht schon zur Pause durchbricht. Auf der Gegenseite ist es Malen, der immer wieder Celik ins Leere laufen lässt. Der Niederländer setzt drei Akzente, die fast zum Tor führen. Sein Sprint in der 67. Minute über die halbe Platzlänge ist der Moment des Spiels – bis Rowe ihn mit einem Tritt stoppt, der Gelb kostet.

Celik wiederum ist der Mann, der die Lücke aufreißt. Der Türke verliert 14 von 20 Zweikämpfen, kassiert Gelb wegen Reklamierens und wird in der 78. Minute ausgewechselt. Seine Statistik: Keine Balleroberung, keine klare Abwehraktion. Ein Off-Day, der Bologna teuer zu stehen kommt.

Der preis der rotation

Motta rotiert, weil er muss. Drei Spiele in sieben Tagen, ein Kader, der nicht breiter ist als die Via dell'Indipendenza. Doch genau hier liegt der Hund begraben: Wer Joao Mario auf Linksverteidiger stellt, um Lykogiannis zu schonen, riskiert Instabilität. Wer Orsolini früh auswechselt, um Saelemaekers zu bringen, verliert Durchschlagskraft. Die Folge: Bologna schießt nur zweimal aufs Tor, die Roma acht Mal.

Die Tabelle lügt nicht: Bologna bleibt Sechster, hat aber nur noch zwei Punkte Vorsprung auf Atalanta. Die Champions-League-Träume schrumpfen mit jedem Fehlpass. Und der Kalender wird nicht freundlicher: Nach der Länderspielpause warten Juventus und Milan.

Rowe traf einmal, Joao Mario patzte dreimal. Svilar hielt, was zu halten war. Doch am Ende zählt nur das Ergebnis. Bologna verliert zu Hause – und verliert auch die Kontrolle über die eigene Zukunft.