Roma-bologna: das rückspiel wird zum krimi – wer zittert sich ins viertelfinale?

Das 1:1 im Renato Dall’Ara war erst der Auftakt. Am Donnerstagabend, 19. März, versinkt das Olympico in Flutlicht und Schreikrawallen, denn Roma und Bologna duellieren sich im Rückspiel der Europa-League-Runde der letzten 16 – und beide Klubs wissen: Nur ein Schritt trennt sie vom Viertelfinale, nur ein Patzer kann die Saison zerstören.

Die formkurve: roma taumelt, bologna fliegt

Die Giallorossi holten aus den letzten beiden Serie-A-Spielen null Punkte, dazu die Affären mit Schiedsrichterentscheidungen gegen Genua und Como. Trainer Gian Piero Gasperini muss auf Paulo Dybala und Matías Soulé verzichten – ein Offensivpaket, das sonst für Durchbrüche steht. Stattdessen soll Donyell Malen im flexiblen 3-4-2-1 die Lücke füllen, doch der Holländer flimmerte zuletzt nur durch Einzelaktionen, nicht durch Spielöffnung.

Bologna hingen dreht den Dreher: Vier Siege in den letzten fünf Partien, allesamt mit einem Tor Unterschied, aber genau das tut der Mannschaft von Vincenzo Italiano gut. Federico Bernardeschi zeigt sich in Topform, links wie rechts dribbelstark, bereit, die Roma-Flügelverteidigung in Verzweiflung zu treiben. Die Statistik? Die Rossoblu verloren erst eines der letzten sieben Auswärtsspiele in der Europa League – ein halbes Jahr zuvor in Birmingham, nicht in Italien.

Die quote: buchmacher vertrauen dem olympico-effekt

Die quote: buchmacher vertrauen dem olympico-effekt

Roma-Sieg nach 90 Minuten: 1,83. Bologna-Sieg: 4,90. Remis: 3,50. Die Zahlen spiegeln die Heimstärke wider, nicht die Aktualität. Denn obwohl die Römer wackeln, gelten sie klar für den Aufstieg: 1,40 gegen 3,25 für den Klub aus Emilia-Romagna. Der Markt „Roma trifft zuerst“ zahlt zwischen 1,55 und 1,62 – ein Indiz dafür, dass die Wettanalysten einen frühen Giallorossi-Schock erwarten, um danach die Kontrolle anzumelden.

Bei Toren herrscht Parität: „Beide treffen“ liegt bei 2,00, „Roma hält die Null“ nur leicht favorisiert bei 1,80. Kein Wunder, hat Bologna in fünf der letzten sechs Pflichtspiele getroffen – und Roma in vier von sechs mindestens einen Gegentreffer kassiert.

Die taktik: pressing gegen ballbesitz, ein kopf-an-kopf-rennen

Die taktik: pressing gegen ballbesitz, ein kopf-an-kopf-rennen

Gasperini wird seine Mannschaft wohl wieder hoch pressen lassen, um Bolognas Aufbauspiel schon im Keim zu ersticken. Dabei bricht sich die Frage, wie lange die Römer die Intensität halten können – die Defensivlinie um Evan Ndicka kassierte in den letzten 270 Minuten fünf Gegentore. Italiano setzt dagegen auf kurze Kombinationen und schnelles Umschaltspiel. Mit Joshua Zirkzee als targethafter Spitze und der dynamischen Doppelsechs (Freuler, Aebischer) kann Bologna das Tempo jederzeit erhöhen.

Die X-Faktoren heißen Lorenzo Pellegrini auf der einen, Lewis Ferguson auf der anderen Seite. Beide Mittelfeldstrategen führen die meisten Ballgewinne ihrer Teams vor dem gegnerischen Strafraum – wer hier die Nase vorn hat, bestimmt den Rhythmus.

Das fazit: ein tor reicht, zwei machen dich zum helden

Das fazit: ein tor reicht, zwei machen dich zum helden

Ein 0:0 würde die Roma nach Auswärtstorregel weiterbringen, doch das Szenario ist laut Wettquoten so wahrscheinlich wie ein Schneeball im römischen Frühling. Die Buchmacher zahlen auf „Under 0,5“ Tore 8,00 – ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass frühestens in der 91. Minute Ruhe einkehren wird. Wer das Match live verfolgt, sollte sich auf einen offenen Schlagabtausch einstellen: Bologna spielt befreit auf, Roma muss. Das Ergebnis ist offen, die Spannung garantiert. Und am Ende steht eine Italiener-Premiere: Zum ersten Mal seit 2008 schafft es ein Klub aus der Serie A, ohne Dybala oder Totti das Europa-League-Viertelfinale zu erreichen – entweder die Roma mit neuer DNA oder eben Bologna, das derzeit den besseren Lauf besitzt. Anpfiff 21 Uhr, Zitterpuls ab 20:59.