Noah okafor fliegt trotz schreckmoment mit der nati nach oslo
Murat Yakin musste am Freitag kurz schlucken: Noah Okafor, gerade erst zurück in der Nationalmannschaft, verließ beim Joggen vor dem Test gegen Deutschland mit schmerzverzogenem Gesicht den Rasen. Ein Satz mit X. Ein Einsatz gegen Norwegen? Unwahrscheinlich. Drei Tage später sieht alles anders aus. Der 25-Jährige absolvierte am Sonntag eine Extra-Schicht im Fitnessraum, packte seine Tasche und stieg heute Morgen in den Flieger Richtung Oslo. Der Einsatz gegen Erling Haaland & Co. ist wieder möglich.

Warum yakin auf okafor setzt – und warum er ihn braucht
Die WM ist in 184 Tagen. Für Okafor ist das mehr als ein Datum. Nach 14 Monaten ohne Nati-Einsatz war die Einladung ein Seufzer der Erleichterung und ein Ultimatum zugleich. Leeds hat ihn nur sporadisch spielen lassen, in der Super League blieb er vier Mal in Folge ohne Treffer. Yakin aber erinnert sich an die Sprints, die er vor zwei Jahren noch gegen Spanien zeigte: 35 km/h Spitze, 72% erfolgreiche Dribblings. Genau diese explosive Variante fehlt der Nati, seit Xherdan Shaqiri nur noch von der Bank kommt.
Die Schmerzen beim Aufwärmen? Eine alte Adduktor-Reizung, verrät der Staff. Kein Riss, keine Faser. Die Belastungssteuerung hatte lediglich eine Verspannung verstärkt. Drei Tage Ausdauer, zwei Tage Kraft – das Programm wurde umgeschmissen. Okafor nahm es mit Humor: „Wenn ich nach Oslo fliegen darf, darf ich auch reingehen“, sagte er lachend zu Goalkeeper-Yann Sommer, der ihm beim Einsteigen die Kabinenbox reichte.
Gegen Norwegen wird Yakin voraussichtlich zwei Systeme probieren: 3-4-3 mit Okafor als links vorstoßendem Flügel, oder 4-2-3-1, wo er Neal Maupay direkt unterstützt. Die Norweger kennen ihn gut – aus der Champions-League-Quali 2022, als er für Basel in Trondheim das 2:1 vorbereitete. Damals jagte er Haaland über den ganzen Platz, heute könnte er ihn auf der Gegenseite ärgern.
Für die Fans ist die Botschaft klar: Wer nach einem Jahr Auszeit noch die Fitness für 90 Minuten mit Haaland mitmacht, hat seinen Platz im Kader mehr als verdient. Die Entscheidung fällt morgen Abend um 20:45 Uhr in der Ullevaal-Stadion-Kabine. Okafor hat seinen Stutzen schon eingepackt – diesmal ohne Schmerztabletten.
