Bogotá erwartet 2,5 millionen fahrzeuge: piko y plata wird zur geduldsprobe
2,5 Millionen Autos werden in der Karwoche 2026 in und aus Bogotá rollen – ein Verkehrschaos scheint vorprogrammiert. Die Stadtverwaltung reagiert mit einem gigantischen Sicherheits- und Mobilitätsplan, der selbst erfahrene Pendler an ihre Grenzen bringt.
Piko y plata bleibt hart
Während in früheren Jahren die Sperrstunde kurzfristig aufgehoben wurde, bestätigt Verkehrsministerin Claudia Díaz: Keine Ausnahmen an Werktagen. Montag bis Mittwoch gilt die Regel von 6:00 bis 21:00 Uhr unverändert. Wer mit ungerader Endziffer fährt, darf dienstags und mittwochs nicht raus – ein Schlag gegen spontane Ausflüge.
Grüner Daumen gibt es an Gründonnerstag und Karfreitag: An Feiertagen ist die Stadt frei. Doch der Schein trügt – Prozessionen verstopfen die Innenstadt, und die Polizei warnt vor zähen Staus um die Kirchen.

Terminal de transporte erwartet 560 000 passagiere
Bereits am Freitag, dem 27. März, beginnt der Exodus. Die drei Terminals Salitre, Norte und Sur laufen auf Hochtouren. Tickets nur online oder an offiziellen Schaltern kaufen, rät die Behörde – Schwarzhändler preisen bereits dreifache Preise auf WhatsApp-Gruppen an.
Wer mit dem eigenen Wagen startet, sollte Bremsen, Licht und Flüssigkeiten prüfen. Die Bergstraße nach La Calera gilt als Unfallhotspot; im Vorjahr krachte es dort an Ostern alle zwei Stunden.

Sonntag der rückkehr: piko y plata regional
Am 5. April kehrt die Stadt zurück – und setzt die härteste aller Regeln. Zwischen 12 und 16 Uhr dürfen nur gerade Endziffern einfahren, danach bis 20 Uhr nur ungerade. Wer zu spät kommt, zahlt umgerechnet 150 Euro Strafe und riskiert den Abschleppdienst.
Die Sperre gilt auf neun Zufahrtsstraßen gleichzeitig, darunter die Autopista Norte und die Carrera Séptima. In der Rush-hour werden Spuren reversibel gemacht – ein Schachspiel aus Leitkegeln, das Funklocher und Nerven kostet.
Die Behörde twittert live über @SectorMovilidad. Doch selbst die besten Apps nützen nichts, wenn ein Umzug die 7. Richtung Süden blockiert. Die Bilanz der Karwoche 2025: 1 200 Abschleppungen, 4 300 Bußgelder, ein Toter auf der Südautobahn.
Bogotá spielt an Ostern Roulette – mit offenen Karten, aber straffen Regeln. Wer die Zeiten nicht kennt, bleibt stehen. Und wer steht, zahlt.
