Ryanair-boeing durchschlägt turbulenzen: schwerverletzter bei landung in bari

75 Minuten Flugzeit, eine plötzliche B 738-Turbulenz und ein Passagier mit schweren Verletzungen – der Ryanair-Flug FR-4132 aus Bergamo hat am Mittwoch die Notfallpläne des Flughafens Bari-Karol Wojtyła aufgerissen.

Die Maschine, von Malta Air geflogen, geriet in Reisefluglage über der Adria in einen kräftigen Clear-Air-Turbulence-Schlag. Kabinenpersonal und Insassen wurden durch die Kabine geschleudert, ein Italiener zog sich Becken- und Rippenfrakturen zu. Erst nach der Landung um 14:47 Uhr wurde klar, warum der Pilot keinen Umweg um das Wetter genommen hatte.

Warum die crew nicht auswich

Die italienische Flugunfallbehörde ANSV hat die CVR- und FDR-Daten sicher gestellt. Laut Insidern verlief die Turbulenz nur 90 Sekunden, dafür aber mit bis zu 2,8 g vertikaler Beschleunigung – genug, um unangeschnallte Passagiere zu schleudern, aber knapp unter der Schwelle für einen sofortigen Notlande-Kurs. Die Crew entschied sich für Weiterflug, setzte dabei aber das vorgeschriebene Turbulenz-Prozedere um: Anschnallpflicht, Service-Stopp, Geschwindigkeitsanhebung.

Experten wissen: Bei CAT fehlten auf dem Wetterradar echte Echo-Punkte. Die Piloten hätten die Luftloch-Serie buchstäblich nicht sehen können. Erst der plötzliche G-Stoß riegelte die Kabine ab.

Was die untersuchung bringt

Was die untersuchung bringt

Die ANSV wird die Kommunikation zwischen Cockpit und Bergamo-Tower analysieren, außerdem die Met-Berichte vor dem Start. Fakt ist: Der Flugverlaufsplan zeigte moderates Scherwind-Feld über der Balkan-Route, keine rote Warnstufe. Dennoch forderte Ryanair nach der Landung sofortMedical Priority, Rettungskräfte brauchten 18 Minuten, um alle zwölf leichtverletzten Fluggäste abzuführen.

Die Airline teilte mit, man stelle „volle Kooperation“ sicher. Der schwer verletzte Passagier liegt weiter auf der Intensivstation des Policlinico di Bari, sein Zustand stabil. Die Maschine selbst wurde für Struktur-Checks außer Betrieb genommen.

Für Ryanair war es bereits der zweite Turbulenz-Vorfall in diesem Quartal – ein Déjà-vu, das der Billigflieger in der Bilanz nicht brauchen kann. Die nächste Bilanz fällt am 30. März, und sie dürfte neben Zahlen auch ein paar harte Fragen an das Sicherheitsmanagement enthalten.