Regionalliga-reform: chaos in nrw – steigen alle auf?
Dortmund – Die Debatte um die Reform der Regionalligen brodelt weiter, und das Meinungsbild in Nordrhein-Westfalen ist alles andere als einig. Während der DFB eine Aufstiegsreform anstrebt, die allen Meistern den Aufstieg in die 3. Liga ermöglichen soll, ringen die Vereine mit zwei konkurrierenden Modellen, die mehr Fragen aufwerfen als Antworten liefern.

Kompass versus region: eine zerreißprobe für den fußballverband
Die Initiative für eine Reform, die über 70 Vereine, darunter auch Bundes- und Zweitligisten, einschließt, ist ein deutliches Zeichen der Unzufriedenheit mit dem bestehenden System. Aktuell steigen lediglich vier Mannschaften aus den fünf Regionalligen in die 3. Liga auf – eine Zahl, die für viele nicht mehr zeitgemäß ist. Die Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema befasste, präsentierte Ende März zwei Modelle: das sogenannte „Kompass-Modell“ und das „Regionen-Modell“.
Das Kompass-Modell verspricht kürzere Wege und somit geringere Reisekosten für Teams und Fans. Attraktive Derbys zwischen Nachbarvereinen sollen die Attraktivität steigern. Doch für Klubs wie Paderborn, Lotte und Gütersloh bedeutet dies, plötzlich nicht mehr in Westfalen, sondern in der Regionalliga Nord zu spielen – ein herber Rückschlag. Im Gegenzug könnten Steinbach Haiger oder Eintracht Trier neu in die West-Staffel wechseln.
Das Regionen-Modell hingegen versucht, die bestehenden Strukturen stärker zu berücksichtigen. Hier trifft es vor allem die Regionalliga Nordost, die in Nord und Ost aufgeteilt werden soll. Der dortige Verbandsvorsitzende Hermann Winkler sprach von einem „Affront“ gegenüber seinem Verband. Die Uneinigkeit ist groß, wie sich aus der Umfrage des WDR erhellt: Gütersloh tendiert zum Regionen-Modell, während Siegen sich eindeutig zum Kompass äußert. Der Bonner SC will sich beide Modelle noch genau ansehen.
Helmut Delker, Vorstandsmitglied des FC Gütersloh, fasst die Gemütslage vieler Klubs zusammen: „Eine Lösung sollte den Viertliga-Fußball in Deutschland befriedigen. Keines der beiden Modelle erfüllt diese Voraussetzung.“
Die Entscheidung, welches Modell letztendlich umgesetzt wird, liegt beim WDFV, dessen Präsident Peter Frymuth wahlberechtigt ist. Doch eines ist klar: Die Reform der Regionalligen ist noch lange nicht vom Tisch und wird den Fußball in NRW noch einige Zeit beschäftigen. Die Frage, ob alle Meister tatsächlich aufsteigen können, bleibt vorerst unbeantwortet.
