Real madrid: pérez liefert eine show der verzweiflung!

Madrid – Was gestern Nachmittag in der Pressekonferenz von Real Madrids Präsident Florentino Pérez geschah, wird in die Geschichte des spanischen Fußballs als eines der bizarrsten Ereignisse überhaupt eingehen. Eine fast anderthalb Stunden lange Tirade, geprägt von persönlichen Angriffen, Verschwörungstheorien und einer erschütternden Realitätsferne, hat die Fußballwelt in Schock und Unglauben versetzt.

Ein präsident im freien fall

Pérez, der seit 2015 keine Pressekonferenz mehr gegeben hatte, nutzte die Gelegenheit nicht, um über die sportliche Situation des Clubs zu sprechen oder auf die jüngsten Misserfolge einzugehen. Stattdessen lieferte er eine eindringliche Demonstration persönlicher Verzweiflung und Paranoia. Die Atmosphäre war angespannt, die Fragen der Journalisten wurden ignoriert, und Pérez schien in einer eigenen Welt zu leben, in der er der einzige Gewinner war.

Die Attacken waren vielfältig und oft unangebracht. Er griff Journalisten an, beschuldigte den FC Barcelona der Korruption im „größten Fall der Fußballgeschichte“ und deutete an, dass ihm sogar ein chinesischer Arzt geraten habe, sich auf den Tod vorzubereiten. „Sie sagen, ich sei müde, aber ich bin bestens!“, verteidigte er sich, während er hektisch auf Zettel kramte und sich in Widersprüche verwickelte.

Besonders scharf waren seine Äußerungen gegenüber weiblichen Journalistinnen. Er bezeichnete eine erfahrene Reporterin als „niña“ (Mädchen) und stellte ihre Kompetenz in Frage. Diese Kommentare lösten in der spanischen Öffentlichkeit Entsetzen aus und wurden als sexistisch und respektlos verurteilt.

Der vermeintliche rivale und die wahlpläne

Der vermeintliche rivale und die wahlpläne

Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz war die Diffamierung von Enrique Riquelme, einem Unternehmer aus Alicante, der angeblich die finanziellen Mittel besitzt, um gegen Pérez bei den anstehenden Neuwahlen zu kandidieren. Pérez, der seit 2006 ohne nennenswerten Gegner regiert, hat überraschend Neuwahlen angekündigt, um Riquelme und anderen potenziellen Herausforderern die Möglichkeit zu nehmen, sich zu organisieren. Die hohen Anforderungen an die Kandidatur – 20 Jahre Mitgliedschaft und eine Bürgschaft in Höhe von 185 Millionen Euro – scheinen darauf abzuzielen, die Konkurrenz im Vorfeld auszuschließen.

Der fc barcelona im visier

Der fc barcelona im visier

Die Anklage der Korruption gegen den FC Barcelona im sogenannten „Negreira-Skandal“ wurde von Pérez vehement wiederholt. Er präsentierte ein 500-seitiges Dossier, das er der UEFA übergeben will, und warf den Schiedsrichtern vor, den FC Barcelona bevorzugt zu haben. „Sie haben uns 18 Punkte gestohlen!“, schrie er, während er die Zuschauer aufforderte, Real Madrid TV zu schauen, um die Beweise zu sehen.

Die Reaktion des FC Barcelona ließ nicht lange auf sich warten: Der Verein kündigte rechtliche Schritte gegen Pérez an.

Die medien im fadenkreuz

Die medien im fadenkreuz

Auch die spanische Presse wurde von Pérez nicht geschont. Er nannte sie „Gehirnwäsche“ und „Antimadridista“, und kündigte sogar den Abonnement des renommierten Blattes „ABC“ an, das seit Generationen von seiner Familie abonniert wurde. Er warf der Zeitung und dem Medienkonzern Vocento vor, durch die Publikation des Sportportals „Relevo“ Verluste in Millionenhöhe zu verursachen.

Die gesamte Vorstellung wirkte wie ein Hilferuf eines Mannes, der an der Macht festhalten muss. Ein Mann, dessen Realitätssinn offensichtlich stark beeinträchtigt ist. Die Frage ist nicht, ob Pérez seinen Posten behalten wird, sondern wie lange die spanische Fußballwelt diese Farce noch ertragen muss.

Die Bilder von Pérez, allein auf der Bühne, mit einem Mikrofon und einem Glas Wasser, werden noch lange in Erinnerung bleiben – als Mahnung an die Gefahren von Machtmissbrauch und Realitätsverlust.