Chicco höfler zieht sich zurück: nach 21 jahren sc freiburg endet seine karriere im europacup-fieber

Nach 21 Jahren, 381 Pflichtspielen und einem bevorstehenden Europa-League-Finale in Istanbul verabschiedet sich Nicolas „Chicco“ Höfler mit einem lachenden und einem weinenden Auge vom Profifußball. Der 36-jährige Mittelfeldstratege wird den SC Freiburg nach eigenen Worten „auf jeden Fall in anderer Funktion“ erhalten bleiben.

Der abschied kommt zum höhepunkt

Die Entscheidung fällt in eine Woche, in der der Sport-Club erstmals ein europäisches Endspiel bestreitet. Gegner am 20. Mai im Atatürk-Olympiastadion: Aston Villa. Für Höfler ist das Finale die Krönung einer Ära, die 2005 als Förderspieler begann und ihn über die zweite Mannschaft bis zur Kapitänsbinde in der Bundesliga führte.

„Ich habe eine lange Reise hinter mir“, sagt Höfler in einem am Mittwoch veröffentlichten Vereinsvideo. „Es war eine geile Zeit mit vielen, schönen, emotionalen Momenten.“ Die letzten Monate waren allerdings geprägt von Rückschlägen: Unter Julian Schuster, der ihn einst als Mitspieler kannte, kam der Ur-Breisgauer nur noch sporadisch zum Einsatz.

381 Einsätze, elf tore – und ein lebenswerk

381 Einsätze, elf tore – und ein lebenswerk

Die Statistik liest sich wie ein Lehrbuch für Loyalität: 381 Pflichtspiele, elf Treffer, keine roten Karten in der Bundesliga. Höfler war nie der Lauteste, aber stets der Klügere im Mittelfeld. Seine Spielintelligenz und seine Fähigkeit, Lücken zu schließen, machten ihn unverzichtbar in den Jahren unter Christian Streich.

Was folgt, bleibt offiziell offen. Intern kursiert die Rede von einer Co-Trainer-Rolle bei der zweiten Mannschaft oder einer Position im Scouting. Klar ist: Wer 21 Jahre lang das Trikot trägt, der verliert nicht einfach die Pulsader des Vereins.

Am Samstag steht gegen RB Leipzig das letzte Bundesliga-Spiel an. Danach geht es nach Istanbul – und dann, nach 7.650 Tagen im Profikader, endet ein Kapitel, das so still wie konstant war wie Höfler selbst. Freiburg verliert einen Spieler, gewinnt aber ein Archiv lebendiger Fußballweisheit. Der Verein dürfte sich warm anziehen: Chicco Höfler wird auch künftig die Kabine mit seiner Stimme füllen – nur eben ohne Schienbeinschoner.