Scheffler und spieth: der grand-slam-traum lebt!
Scottie Scheffler und Jordan Spieth sind die letzten Hoffnungsträger auf den ersehnten Grand Slam im Golfsport. Nur noch diese beiden Spieler haben die Chance, mit einem einzigen Major-Sieg in die Geschichte einzugehen – Scheffler beim US Open, Spieth bei der PGA Championship. Ein Wettlauf gegen die Zeit und die eigene Nervosität beginnt.

Spieths zehnter anlauf: eine frage der geduld
Für Jordan Spieth, der seit seinem Triumph beim RBC Heritage 2022 auf einen weiteren Titel wartet, ist es bereits der zehnte Versuch, den Grand Slam zu perfektionieren. Trotz seiner 32 Jahre und einer nicht immer einfachen Zeit nach einer Handgelenksoperation, ist der einst als ‘Wunderkind’ gefeierte Golfer keineswegs am Tiefpunkt angelangt. Letztes Jahr zeigte er bereits deutliche Fortschritte, auch wenn ihm der ganz große Wurf verwehrt blieb. Drei Top-12-Platzierungen in diesem Jahr sprechen für ein Comeback, das jedoch von einer gewissen Unbeständigkeit geprägt ist. Spieths Problem liegt oft in überstürzten Entscheidungen an bestimmten Löchern, die ihm teuer zu stehen kommen.
Erinnern wir uns an 2015 und 2017, als Spieth bereits den Masters und den US Open gewann bzw. die Open Championship für sich entscheiden konnte. Damals, im Sommer 2017, hatte er die Chance, den Grand Slam abzuschließen. Rory McIlroy benötigte elf Jahre, um diesen historischen Erfolg zu wiederholen; Spieth steht nun im zehnten Jahr seiner Karriere.
„Es fühlt sich an wie ein schlechtes Blackjack-Spiel“, vergleicht Spieth seine aktuelle Situation. „Man muss einfach weiter spielen, bis das Glück umschlägt. Ich weiß, dass ich gut spiele, es ist nur eine seltsame Kartenreihe.“ Die Mitgliedschaft im exklusiven Club der Grand-Slam-Gewinner ist sein erklärtes Ziel, und er weiß genau, was dafür nötig ist: „Wenn ich noch einmal in meinem Leben ein Turnier gewinnen könnte, wäre es dieses. Aber der einfachste Weg, es zu erreichen, ist vielleicht, gar nicht erst zu versuchen, es zu erzwingen. Einfach rausgehen, den ersten Tee vorbereiten, einen guten Plan entwickeln und ihn dann umsetzen.“
Seine Führung beim gewonnenen Putts von der Tee-Box beim Truist Championship letzte Woche untermauert sein Selbstvertrauen. Er fühlt sich wieder in der Nähe des Niveaus, das ihn einst an die Spitze des Golfsports brachte. „Ich hatte eine Phase, in der ich das Gefühl hatte, bei jedem Major um den Sieg mitspielen zu können. Das war dann mal mehr, mal weniger präsent. Ich glaube, ich bin wieder auf dem Weg dorthin.“
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Spieth seine Geduld bewahren und den entscheidenden Moment abwarten kann. Denn im Golfsport, wie im Leben, ist Timing alles. Und manchmal braucht es eben nur eine gute Hand beim Blackjack, um den Jackpot zu knacken.
