Rapid-austria-randalierer vor dem aus: vorbestrafte müssen mit haft rechnen

Wien – Die Justiz nimmt die Randale vom Wiener Derby ernst. Am zweiten Verhandlungstag vor dem Landesgericht zeichnete sich ab: Unbescholtene kommen mit 150 Euro und zweijährigem Stadionverbot davon, Vorbestrafte nicht. Für vier Männer mit Vorstrafen liegt kein Diversionvorschlag vor – sie müssen mit Freiheitsstrafen rechnen.

Alkoholsucht als rechtfertigung? die richterin blieb hart

Ein 30-jähriger Austria-Fan, fünfmal vorbestraft, bat um Entschuldigung: „Es war ein großer Fehler, dass ich überhaupt bei dem Spiel war.“ Er absolviert freiwillig ein Anti-Gewalt-Training und meint, „viel reifer“ geworden zu sein. Die Geste half nicht. Staatsanwältin Kristina Kamauf zeigte sich unbeeindruckt – Alkohol- und Bewährungsgeschichten zählen nicht mehr, wenn bereits Vorstrafen existieren.

Ein 21-Jähriger, dreimal verurteilt, erzählte, seit dem 22. September keinen Alkohol mehr angerührt zu haben. Auch er wird voraussichtlich regulär verurteilt. Die Richterin lehnte bei beiden eine weitere Diversion ab. Die Botschaft ist klar: Wer bereits in der Akte steht, spürt jetzt die harte Hand des Gesetzes.

Der vorfall, der alles auslöste

Der vorfall, der alles auslöste

Die Bilder gingen durch Österreich: Im September 2024 stürmten Hunderte das Feld im Allianz Stadion, zündeten Bengalos, prügelten aufeinander und auf Polizisten ein. Eine Beamtin erlitt Brandwunden, ein Kollege bleibt auf Dauer mit Tinnitus und Hörverlust sitzen. Ein Fan musste wegen eines Kieferbruchs operiert werden. Kamauf sprach von „quasi kriegsähnlichen Zuständen“. SK Rapid klagt 1.000 Euro Schmerzensgeld von 21 der 22 Angeklagten ein.

Die Verteidigung betonte, es handle sich „keineswegs um klassische Hooligans“, sondern um Familienväter und Berufstätige. Pia Kern, Anwältin eines Beschuldigten, nannte die Rapid-Kurve einen „Querschnitt der gesamten Gesellschaft“. Dieses Argument zieht nur bei Unbescholtenen. Für Vorbestrafte endet der Spaß am Platzrand jetzt vor Gericht.

Die Verhandlung dient als Signal: Die neue Null-Toleranz-Linie der Wiener Justiz lässt keine Alibis mehr zu – weder Alkohol noch Aufputschung schützen vor dem Strafrecht. Das Derby 2024 wird zur Zäsur: Wer randaliert, zahlt – und wer bereits auffällig war, sitzt bald hinter Gittern.