Price zerrt sich an einer tür – und verpasst krimi-finale um millimeter
Gerwyn Price lachte, aber es war kein Spaß. Mit einer Leistenverletztung, die er sich beim Türeöffnen mit dem Fuß zugezogen hatte, flog er nach Minehead, schmiss 100er wie Sandkörner und scheiterte erst im Halbfinale an James Wade – 8:11, nachdem er zwei Matchdarts auf den Ausgleich verpasst hatte.

Die tür, die alles auslöste
„Ich hab einfach die Küchentür mit dem Fuß aufgestoßen – zack, Leistenzerrung“, erzählte der Waliser nach seinem 10:9-Krimi gegen Keane Barry. „Komisch: Am Oche spüre ich null Schmerz, sobald ich die Darts sinken lasse. Danach knallt es wieder.“ Drei Tage lang spielte er auf Adrenalin, schaltet Wade aus, der später selbst gegen Luke Littler leer ausgeht. Price nimmt 25.000 Pfund Preisgeld mit, hätte aber gern den Titel.
Das Turnier ist Wades zweite Finalniederlage in Serie, doch für Price zählt nur die verrückte Blessur. Kein Physio, keine Schiene – nur ein heißer Eimer und die flache Hand gegen die Türklinke. „Ein Fitnessstudio-Boy wie ich sollte das besser können“, scherzt er. Die Saison ist lang, die Weltmeisterschaft rückt näher. Mit einer Tür in der Vorbereitung kann er jetzt wirklich niemanden beeindrucken.
Die UK Open bleiben Littlers Revier – 19 Jahre alt, zweiter Titel in Serie. Price dagegen fliegt nach Hause, Leiste gepackt, Stolz intakt. Die Darts-Welt dreht sich weiter, nur die Tür steht jetzt offen – für ihn wie für alle, die an Wade und Littler vorbeiwollen.
