Porto zertrümmert stuttgarter europa-traum – undav & co. treffen nur costa
Estádio do Dragão, 72. Minute: Victor Froholdt zieht ab, der Ball saust wie eine Rakete ins Kreuzeck – und mit ihm die letzte Hoffnung des VfB Stuttgart. Die 0:2-Pleite im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League bedeutet das Aus, obwohl die Schwaben 75 Minuten lang das bessere Team waren.
Chancen-parade statt tor-parade
Deniz Undav trifft den Pfosten, Chris Führich scheitert am glänzend aufgelegten Diogo Costa, Jeff Chobot setzt den Kopfball neben das Tor. Die Statistik zeigt 17 Torschüsse für Stuttgart – und trotzdem steht am Ende eine 1:4-Gesamt-Niederlage. „Wir haben alles reingeworfen, nur das Leder nicht“, sagt ein sichtlich mitgenommener Sebastian Hoeneß. Der Coach hatte vor dem Spiel gefordert, „sauber, smart und emotional“ zu sein. Seine Spieler lieferten zwei von drei Kategorien ab.
Die Portugiesen warteten geduldig auf ihre Momente. William Gomes nutzte die erste Lücke (21.), Froholdt die letzte. In der Zwischenzeit rettete Costa mit einer Weltklasse-Parade nach der anderen. Der Keeper war Portos echter Man of the Match – und Stuttgarts Schreckgespenst.

Rote karte als letzter stich
Nikolas Nartey sah Gelb-Rot, weil er nach 77 Minuten erneut ein Foul an Gomes beging. Mit zehn Mann beendete der VfB die Partie, mit null Punkten die Europareise. Nun richtet sich der Blick auf die Bundesliga: Am Sonntag geht’s nach Augsburg, dort kann Stuttgart den Anschluss an die Champions-League-Ränge wahren. Die Lernkurve ist klar: Chancen allein reichen nicht – sie müssen sitzen.
Porto trifft im Viertelfinale auf Nottingham Forest, Stuttgart auf die harte Realität. Die Saison ist noch lang, aber die europäische Nacht endet mit einem Paukenschlag, den niemand im Kraichgau so schnell vergessen wird.