Deutsches tennis-drama in miami: lys, siegemund und seidel raus - nur maria hält die fahne hoch

Ein Tag, drei K.o.-Schläge, ein Fragezeichen hinter der Form deutscher Tennisdamen. In Miami verwandelte sich der Donnerstag für Eva Lys, Laura Siegemund und Ella Seidel in einen Albtraum – alle scheiterten in Runde eins, nur Tatjana Maria hält noch die deutsche Fahne im Turnier.

Eva lys' comeback endet vorzeitig

73 Tage hat sie drauf gewartet, 73 Tage hat sie mit dem Knie gekämpft, das sie beim United Cup in Sydney ausgebremst hatte. Dann der ersehnte Return – und ein 1:6, 4:6 gegen die an Position 216 gesetzte Qualifikantin Julija Starodubzewa. Die 24-Jährige wirkte von Beginn an fahrig, die Timing-Pausen fehlten, die Bewegung war eine Spur zu spät. Nach 77 Minuten war die Ernüchterung perfekt.

Die Bilanz seit den Australian Open: keine Siege, zwei Turniere, null Satzgewinne. Die Frage nach der Olympia-Chance für Paris wird jetzt lauter.

Siegemund verliert den faden – und den match

Siegemund verliert den faden – und den match

Laura Siegemund lieferte sich ein Drama über 3:20 Stunden, das am Ende die Nerven kostete. Im Tiebreak des ersten Satzes zeigte sie noch ihr altes Kämpferherz, doch als Alexandra Eala, die 18-jährige Philippinerin mit dem Looping-Forehand, den Turbo zog, bröckelte die Oberhausener Konstanz. 6:7, 6:3, 6:3 – die Zahlen täuschen, der Matchverlauf nicht.

Die Nummer 31 der Setzliste verwandelte ihren dritten Matchball, Siegemund schleuderte den Schläger ins Netz. Es war schon ihr zweiter Frühauftritt in Florida, nach Indian Wells nun auch Miami – Saisonstart 2026: zwei Turniere, zwei Mal Runde eins.

Seidel wieder ohne durchbruch

Seidel wieder ohne durchbruch

Ella Seidel war die einzige, die zumindest einen Satz mitnahm. 7:6 (10:8) gegen Lilli Tagger ließ auf mehr hoffen, doch danach platzte der Faden. 4:6, 5:7 – die Österreicherin drehte auf, Seidel fand keine Antwort. Schon in Indian Wells war sie in Runde eins gescheitert, nun das Déjà-vu in Miami. Die Top-100-Tür rückt wieder ein Stück weiter weg.

Was bleibt, ist Tatjana MariaDer deutsche Tennis-Frühling 2026 bleibt aus. Statt grüner Triebe gibt es nur noch eine letzte Blüte: Tatjana Maria. Die 38-Jährige ist nun die letzte deutsche Frau im Hauptfeld – und damit automatisch auch die größte Hoffnung. Die Bilanz der restlichen Delegation: drei Erstrunden-K.o.s, kein einziger Sieg, 0:6 Satz-Bilanz.

Miami gilt als Frühindikator für die europäische Sandplatzsaison. Wer hier scheitert, muss in Stuttgart, Madrid und Rom nachlegen – oder die Olympia-Qualifikation wird zur Zitterpartie. Für Eva Lys heißt es nun: zurück auf die Trainingsplätze, zurück in die Fitness-App. Die Uhr tickt, Paris rückt näher. Und die Konkurrenz schläft nicht.