Stuttgart scheitert an costa: abenteuer europa league ist aus

Diogo Costa war einfach zu gut. Der portugiesische Nationalkeeper zerstörte den VfB Stuttgart mit einer Gala-Leistung und schickte die Schwaben mit zwei Gegentoren und einem Platzverweis nach Hause. Die Europa League endet im Achtelfinale – trotz einer Stunde Überzahl.

Stuttgart begann wie der Wirbelwind, den Trainer Sebastian Hoeneß sich erhofft hatte. Jeff Chabot köpfte nach 90 Sekunden knapp drüber, Chris Führich zog aus 18 Metern ab, Diogo Costa flog. Deniz Undav setzte einen Power-Schuss ans Außennetz. Die Schwaben pressten, die Schwaben spielten – und die Schwaben vergaben.

Ein einziger fehler reicht porto

Der Gegentreffer fiel aus dem Nichts. Atakan Karazor verlor das Laufduell gegen Borja Sainz, die Hereingabe kullerte durch den Fünfer, weil weder Chabot noch Ramon Hendriks durchgriffen. William Gomes schob ein, 0:1. Die Führung war nicht verdient, aber eiskalt.

Stuttgart schüttelte sich, Stuttgart drängte weiter. Bilal El Khannouss zirkelte einen Ball an den Pfosten, Costa streckte sich und tippte zur Ecke. Führichs Schuss aus spitzem Winkel parierte der Keeper mit den Fingerspitzen. Die Pausen-Statistik: 12 Torschüsse für Stuttgart, einer für Porto – 0:1.

In Hälfte zwei dasselbe Bild. Undav per Volley, Undav per Lupfer, Tiago Tomas nach einem Solo – alles pariert oder knapp vorbei. Die 22. Stuttgarter Ecke segelte über das Tor, die 23. prallte ab. Porto wartete.

Konter, k.o. und knallrot

Konter, k.o. und knallrot

Die Entscheidung fiel in der 72. Minute. Victor Froholdt riss Angelo Stiller den Ball vom Fuß, nahm einen Kontakt mit und hämmerte das Leder aus 20 Metern in den linken Winkel. 0:2, Endstation Europa League. Nikolas Nartey flog zwei Minuten später mit Gelb-Rot vom Platz – Platzverweis Nr. 3 in dieser Saison.

Die Zahlen sind gnadenlos: 26 Schüsse, 72 Prozent Ballbesitz, erwartete Tore: 2,3 – reales Ergebnis: 0:2. Stuttgart dominierte 180 Minuten, schaffte keinen Treffer. Porto hatte zwei Großchancen, machte zwei Tore. Das ist die nackte Effizienz, die Titel bringt.

Die Schwaben verabschieden sich als moralischer Sieger, aber als sportlicher Verlierer. Die Europa League verliert einen offensiven Liebling, Porto zieht als lehrbuchmäßiger Konterkünstler weiter. Für Stuttgart bleibt die Bundesliga – und die Erkenntnis, dass Chancen allein noch kein Ticket für das Viertelfinale sind.