Shaqiri zieht bilanz: basel-debakel, lichtsteiner, seine zukunft

Xherdan Shaqiri spricht Klartext. 28 Scorerpunkte, 41 Einsätze – und trotzdem nagt der FCB-Captain an der Saison wie an einem verlorenen Pokal. „Wir sind verunsichert“, sagt er der Neuen Zürcher Zeitung. Die Worte klingen wie ein Seufzer, der in die Steinmauer der St. Jakob-Park-Kabine kracht.

Der zauber ist weg, der frust bleibt

Vor zwölf Monaten noch tanzten die Basler durch die Meisterschaft, Shaqiri spielte sich auf der Zehner-Position in einen Rausch: Titel, Pokal, Fest. Jetzt schaut er auf eine Mannschaft, die sich selbst nicht mehr erkennt. „Es fehlt an Überzeugung“, diagnostiziert der 34-Jährige. Dreimal wechselte der Trainer, dreimal musste er sich neu erfinden – ein Flügelsturm, der ihn auf die rechte Bahn verweht.

Die Statistik lügt nicht. Seine 15 Tore und 13 Assists sind blanker Zahlenstaub, wenn der FC Thun schon am Karsamstag den Meistersekt kaltstellen kann. Shaqiris größter Angstgegner ist nicht der Gegner, sondern die Eigendynamik: „Wir wollen verhindern, dass Thun in der 33. Runde gegen uns feiert.“ Ein Ziel, das wie ein Befreiungsschlag klingt und wie ein Eigentor droht.

Abgänge, umbruch, lichtsteiner – und ein vertrag bis 2027

Abgänge, umbruch, lichtsteiner – und ein vertrag bis 2027

Der Captain hatte gewarnt. „Im Sommer sagte ich, dass wir in der Abwehr und im Sturm Erfahrung brauchen.“ Die Klubführung hörte, aber handelte anders. Nun steht Stephan Lichtsteiner an der Seitenlinie, der ehemalige Kampfgefährte aus Nati-Zeiten. „Professionell“, nennt Shaqiri das Verhältnis – ein Wort, das bei den beiden so viel bedeutet wie ein Handschlag mit Handschuhen.

Sein Vertrag läuft bis 2027, doch Shaqiri schaut über den Tellerrand. „Ich möchte so lange wie möglich Profi bleiben. Wenn ich morgens nicht mehr Lust habe, höre ich auf.“ Der Satz klingt wie ein Schwur und wie ein Abschied zugleich. Sein Traum, in Basel zu enden, bleibt ein Versprechen ohne Garantie. Die Realität heißt: Zweiter Platz oder Chaos. Alles andere wäre ein letztes kaputtes Schäufele.